
Abellio zieht die Notbremse
Bahnbetreiber Abellio zieht die finanzielle Notbremse. Um das bundesweit tätige Unternehmen vor der Pleite zu bewahren, hat man gestern die Einleitung eines so genannten Schutzschirmverfahrens beantragt. Ziel sei es die Privatbahn, die im RSG-Land den Müngstener betreibt, zu sanieren und die Arbeitsplätze zu erhalten. Die Ursache für die finanziellen Defizite sieht Abellio vor allem bei anderen. Höhere Tarifabschlüsse fürs Personal, Ausfälle und Mehrkosten wegen defekter Gleise oder Ersatzverkehre, Strafzahlungen für Unpünktlichkeit. Das sei so nicht absehbar gewesen, als man sich für die verschiedenen Strecken beworben habe. Die Verkehrverbünde als Auftraggeber wollten aber nur bedingt auf die Forderungen von Abellio eingehen. Daher musste man nun selbst handeln. Der Schutzschirm ist ein spezielles Verfahren im Insolvenzrecht. Die Firmenleitung bleibt im Amt, bekommt aber vom Gericht bestellte Anwälte zur Seite gestellt. Für drei Monate übernimmt die Arbeitsagentur die Löhne für die deutschlandweit 3.100 Mitarbeiter, dann muss Abellio wieder selbst zahlen. Im nächsten dreiviertel Jahr will man die Neuausrichtung schaffen.
Veröffentlicht: Donnerstag, 01.07.2021 14:11