
BHC: "Wir haben uns selbst verloren."
Nach einer enttäuschenden Saison in der Handball-Bundesliga zieht der Bergische HC eine schonungslose Bilanz.
Veröffentlicht: Donnerstag, 06.06.2024 04:42
Wie und wo es für den Bergischen HC weitergeht, ob in der ersten oder zweiten Handball-Bundesliga, das wird sich Mitte Juni erst zeigen, wenn das eingeschaltete Schiedsgericht darüber berät. Unabhängig vom Ausgang ist für BHC-Geschäftsführer Jörg Föste aber bereits jetzt klar: "Das war das schmerzhafteste Jahr seit Vereinsgründung." Der BHC habe seine innere Mitte verloren, so Föste im Interview mit RSG-Moderator Thorsten Kabitz. Kurzfristige, sportliche Erfolge dürften nicht über allem stehen, was den Verein in der Vergangenheit ausgemacht habe, und man müsse nun wieder zu sich zurückfinden.
Helfen sollen dabei Arnor Gunnarsson und Markus Pütz als Trainerteam. Die beiden "alten BHCler" hatten die Mannschaft nach der Freistellung von Chefcoach Jamal Naji bereits übergangsweise übernommen und sollen künftig als gleichberechtigtes Gespann agieren. Gunnarsson und Pütz haben Zwei-Jahres-Verträge bis 30. Juni 2024 beim BHC unterschrieben, die unabhängig von der 1. oder 2. Liga gelten. Was die beiden anders machen wollen, sagen sie im Interview mit Thorsten Kabitz.
So geht es weiter beim Bergischen HC
Schiedsgericht: Am Freitag, 14. Juni, 12 Uhr berät ein unabhängiges Schiedsgericht der Handball-Bundesliga über die Klage des BHC, der die Lizenzvergabe an den HSV Hamburg aus wirtschaftlichen Gründen anzweifelt. Das Schiedsgericht setzt sich aus drei Juristen zusammen: dem Vorsitzenden Dr. Stephan Tholund aus Kiel, Professor Dr. Martin Schinke aus Düsseldorf als Nominierter der HBL und Professor Dr. Jan Orth aus Köln als Nominierter des Bergischen HC.
Spielerkader: Der BHC muss derzeit noch zweigleisig planen. Der Erstliga-Kader für die kommende Saison sähe wie folgt aus: Rudeck, Diedrich, Beyer, Massoud, Stutzke, Andersen, Granlund, Servos, Babak, Morante, Ladefoged, Seesing, Gislaslon, M’Bengue, Scholtes, Wasielewski, Fraatz, Persson. Hier sei derzeit nur die Frage nach einem dritten Torhüter noch offen. Im Fall eines Abstiegs wären fünf Personalien zu klären: Christopher Rudeck, Lukas Stutzke, Frederik Ladefoged, Mads Andersen und Isak Persson haben einen Erstliga-Vertrag, könnten bei einem Abstieg also den Club verlassen.
Spielorte: Die Solinger Klingenhalle spielt auch im Fall eines Abstiegs keine Rolle in den Planungen des Bergischen HC. Heimspielorte für die kommende Saison bleiben die Wuppertaler Unihalle und die Mitsubishi Electric Halle in Düsseldorf. Bleibt der BHC erstklassig, soll es zusätzlich ein bis maximal zwei Topspiele im PSD-Bank-Dome geben. Einzige Ausnahme bleibt weiterhin der Pokal: Bekommen die Löwen im DHB-Pokal ein Heimspiel zugelost, soll das in der Klingenhalle ausgetragen werden.