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CineStar will Verkauf umsetzen
© Archivbild / Radio RSG
Eröffnung des CineStar Remscheid im Dezember 2018: Theaterleiter Jörg Bender, Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz, Schauspieler Florian David Fitz, CineStar-Geschäftsführer Oliver Fock
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CineStar will Verkauf umsetzen

CineStar-Chef äußert sich zu den Auflagen des Bundeskartellamts. Einige Fragen zur Zukunft des Remscheider Kinos bleiben allerdings noch offen.

Veröffentlicht: Dienstag, 03.03.2020 16:28

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Nach der Entscheidung der Bundeskartellamts zur großen Kinofusion hat sich CineStar am Dienstag zu Wort meldet. Die Wettbewerbshüter hatten unter anderem zur Auflage gemacht, dass CineStar das Kino in Remscheid an einen anderen Betreiber abgeben muss. Radio RSG hatte dazu verschiedene Nachfragen an die Verantwortlichen gestellt. Diese bleiben zunächst unbeantwortet. Stattdessen gab es eine allgemeine Stellungnahme von CineStar-Geschäftsführer Oliver Fock:

„Wir freuen uns, eine bedingte Genehmigungsentscheidung vom Bundeskartellamt erhalten zu haben. Beide Parteien, VUE und Event Hospitality & Entertainment, werden nun auf eine effiziente und pragmatische Art und Weise die geforderte Veräußerung der sechs Standorte umsetzen. Kinogutscheine behalten ihre Gültigkeit.“

Heißt: Das Remscheider Kino am Hauptbahnhof soll wie angekündigt weiterverkauft werden. Ob CineStar die einzeln oder im Paket abgeben will und ob dazu möglicherweise schon in Gesprächen mit Interessenten steht, ließ die Geschäftsführung allerdings offen.

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Worum geht es eigentlich?

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Die ehemals eigenständigen Kinoketten CinemaxX und CineStar gehören künftig zur selben "Familie". Dahinter steckt ein Geschäft mit internationalen Dimensionen. Das weltweit agierende Kinounternehmen "Vue Entertainment" (Hauptsitz London) kaufte bereits 2012 die Hamburger CinemaxX-Gruppe auf. 2018 übernahm Vue dann auch die CineStar-Kette, deren Eigentümer (Event Hospitality & Entertainment Ltd.) wiederum in Australien sitzen. Diese Übernahme stand bis zuletzt allerdings noch unter dem Vorbehalt der Genehmigung des Bundeskartellamtes. Am 2. März haben die deutschen Wettbewerbshüter die Fusion von CinemaxX und CineStar nunmehr freigegeben - allerdings unter der Bedingung, dass innerhalb der nächsten sechs Monate insgesamt fünf derzeitige CineStar-Kinos (Augsburg, Bremen, Gütersloh, Magdeburg, Remscheid) und ein CinemaxX-Kino (Mülheim an der Ruhr) an andere Betreiber verkauft werden.

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Warum die Auflage?

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Das Bundeskartellamt hatte deutschlandweit überprüft, wie sich die Fusion von CineStar und CinemaxX auf die Marktverhältnisse in den verschiedenen Regionen auswirken würde. Dabei kam man zu dem Ergebnis, dass es auch in Wuppertal (CinemaX) und Remscheid (CineStar) mangels anderer Konkurrenten zu Wettbewerbsverzerrungen kommen könnte. Der verordnete Verkauf eines der beiden Kinos soll die potentielle Marktmacht von Vue reduzieren. Theoretisch käme also auch ein Verkauf des Wuppertaler CinemaxX in Frage, um die Auflage zu erfüllen. Laut Mitteilung des Kartellamts haben sich die beteiligten Unternehmen aber bereits darauf verständigt, "nach den derzeitigen Planungen" das CineStar-Kino in Remscheid abzugeben. Die Stellungnahme von CineStar-Chef Fock bestätigt, dass man das nun so umsetzen will.

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Wie stehen die Chancen, einen neuen Betreiber zu finden?

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Branchenkenner sind optimistisch, dass sich ein neuer Betreiber findet und es vermutlich sogar einen nahtlosen Übergang könnte. Das Kino am Remscheider Hauptbahnhof ist - im Gegensatz zu vielen anderen CineStar-Kinos - noch fast neu, wurde erst im Dezember 2018 offiziell eröffnet und befindet sich technisch auf dem neuesten Stand. Das Gebäude, das speziell für den Kinobetrieb errichtet wurde, dürfte sich auch kaum für andere Zwecke eignen. Nicht genau bekannt ist der wirtschaftliche Status, also wie (gut) das Kino läuft. CineStar hat bislang keine Besucherzahlen veröffentlicht.

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Wer könnte in Frage kommen - wer nicht?

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Schwierig zu beantworten. Zu den noch verbliebenen Kinoketten zählen u.a. UCI und Kinopolis, die auch in NRW mit Kinos u.a. in Düsseldorf und Leverkusen vertreten sind. Daneben gibt es noch einige kleinere Ketten bzw. mittelständische Unternehmen, die mehrere Kinos betreiben. Dazu gehört zum Beispiel auch das Lumen Filmtheater in Solingen. Dessen Geschäftsführer, Lutz Nennmann und Meinolf Thies, haben das ehemals zu CinemaxX gehörige Kino in den Clemens-Galerien 2004 in Eigenregie übernommen. Beide sind darüber hinaus in unterschiedlichen Konstellationen an mehreren anderen Filmtheatern in NRW und Niedersachsen beteiligt. Allerdings: Nennmann und Thies haben auf RSG-Nachfrage erklärt, dass ein Einstieg in Remscheid für sie derzeit kein Thema ist!

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Was könnten die Knackpunkte sein?

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Ein neuer Betreiber müsste wohl auch die Mietverträge für das Gebäude übernehmen. Über deren Länge und die Höhe der Mieten ist offiziell nichts bekannt. Immobilienexperten vermuten aber, dass die Laufzeit sicherlich 10 bis 15 Jahre betragen dürfte. Für potentielle neue Betreiber könnte hier "Verhandlungsmasse" bestehen. Die CineStar-Eigentümer bzw. Vue Entertainment stehen unter Druck, die Auflagen des Kartellamts erfüllen zu müssen. Brancheninsider halten es deshalb für gut möglich, dass man sich beim Verkauf entgegenkommend oder sich ggf. auch finanziell an den laufenden Kosten beteiligt.

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Was heißt das für die Remscheider Filmfans?

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Für die Kinogänger ändert sich erstmal gar nichts. Der Betrieb im Remscheider CineStar geht ganz normal weiter. Das aktuelle Programm, aber auch besondere Events (Cinelady, Konzertübertragungen etc.) werden unverändert angeboten. Für den Sommer ist auch ein Filmfest in Planung. Das lässt vermuten, dass das Kino möglicherweise sogar bis zum Fristende am 31. August auch weiterhin CineStar bleibt und es danach erst zum Wechsel kommt. Kinogutscheine bleiben unverändert gültig. Derzeit noch in Remscheid, künftig dann an anderen CineStar-Standorten.

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