Corona-Anstieg in Remscheid: Wochen-Inzidenz bei 37

Seit Freitag weitere 13 Neuinfektionen in Remscheid, darunter wieder Fälle an Schulen. Grenzwert zur Vorwarnstufe erstmals überschritten. Der Krisenstab der Stadt hat erste Maßnahmen beschlossen.

Der seit Tagen zu verzeichende Anstieg der Corona-Fallzahlen in Remscheid setzt sich fort: 13 weitere Neuinfektionen hat das Gesundheitsamt seit Freitag verzichnet. Insgesamt 62 Menschen sind aktuell informiert. Außerdem meldet das RKI einen 19. Remscheider Todesfall im Zusammenhang mit einer Covid19-Erkrankung.

In der 7-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner erreicht Remscheid heute einen Wert von 37,05 - und liegt damit über dem Schwellenwert der lokalen "Corona-Bremse". Ab einem Inzidenz-Wert von 35 schaltet sich das Land ein. Das Lagezentrum Gesundheit stimmt mit der Stadt ab, ob gegebenfalls zusätzliche Maßnahmen vor Ort nötig sind. Der Kontakt sei bereits aufgenommen, teilte eine Stadtsprecherin am Sonntag mit.

Krisenstab berät über weitere Maßnahmen

Der Leiter des städtischen Krisenstabs, Thomas Neuhaus, erklärt dazu am Sonntag: "Eine Analyse der Remscheider Zahlen macht deutlich, dass der Anstieg insbesondere auf reiserückkehrende Familienverbünde mit Kindern im Kita-und Schulalter zurückgeführt werden kann. Die Kinder tragen die Infektionen in die Betreuungs- und Bildungseinrichtungen hinein." Aus diesem Grund habe der Remscheider Krisenstab im ersten Schritt ein umfassendes Informationspaket beschlossen, das zielgruppenorientiert über die Gesundheitsrisiken, Verhaltensempfehlungen, Quarantänenotwendigkeiten, aber auch mögliche Strafen bei Verstößen aufklären sollen. Die Infos sollen mehrsprachig und gezielt für Schulen, Kitas, Sportvereine, Kirchen, Vereine und Institutionen aufbereitet werden

Über weitere Maßnahmen will der Krisenstab zu Wochenanfang entscheiden. Denkbar seien eine stadtweite Maskenempfehlung in der Öffentlichkeit oder die gezielte Intensivierung der Corona-Schutz-Kontrollen durch den Kommunalen Ordnungsdienst.

Bereits am Freitag hatte Thomas Neuhaus eindringlich an die Einhaltung der Corona-Regeln erinnert: "Die Pandemie ist in Remscheid nicht vorüber. Daher ist nicht auszuschließen, dass durch unvorsichtiges Verhalten ein weiterer Anstieg der Infektionen erfolgt und Personengruppen erreicht werden können, für die die Infektion mit dem Corona-Virus einen lebensbedrohlichen Verlauf nehmen kann." Insbesondere im privaten Bereich sei verstärkt darauf zu achten, dass die Corona-Regeln eingehalten werden und beim Auftreten von Symptomen Zusammenkünfte mit mehreren Personen vermieden werden, bis eine Abklärung der Infektion erfolgt ist.

Weitere Fälle an Schulen

An der Gemeinschaftsgrundschule Kremenholl gibt es seit Samstag zwei positiv getestete Kinder aus gleichem Familienverbund. Eines besucht die Klasse 1B, das andere ist Mitglied der Klasse 4A. Beide Kinder sind bislang allerdings ohne Symptome. Sie wurden am Freitag, 18. September, auf das Coronavirus getestet, nachdem das Virus bei einem Familienmitglied festgestellt worden war. Beide Kinder haben zuletzt am Mittwoch ihre Klassen besucht. Das jüngere Schulkind hat zudem am selben Tag an einer kleinen Lerngruppe, gemischt aus den Klassen 1A und 1B, teilgenommen. Aus diesem Grund werden insgesamt 51 Kinder der Klassen 1B und 4A sowie die Kinder, die sich aus der Klasse 1A an der Lerngruppe beteiligt haben, bis einschließlich Mittwoch, 30. September, in häusliche Quarantäne geschickt. Vor Quarantäneende wird sie das Gesundheitsamt auf Covid-19 testen. Sieben Lehrkräfte haben am 16. September Kontakt zu den Kindern gehabt. Für fünf von ihnen ist die häusliche Quarantäne bereits angeordnet. Ob zwei nicht in Remscheid lebende Lehrkräfte gleichfalls in häusliche Quarantäne gehen, entscheidet das Gesundheitsamt des jeweiligen Wohnortes.

Eine weitere Corona-Infektion wurde am Samstag von einem Kind bekannt, dass die Klasse 3b der Gemeinschaftsgrundschule Freiherr-vom-Stein besucht. Es wurde am Freitag, 18. September, im Rahmen einer Umfelduntersuchung auf das Coronavirus getestet, zeigte aber ebenfalls bislang keine Symptome. Alle 24 Schülerinnen und Schüler der Grundschulklasse 3b müssen nun bis Freitag, 2. Oktober, zuhause bleiben. Auch sie werden abschließend vom örtlichen Gesundheitsamt abgestrichen. Gleiches gilt für fünf Lehrkräfte, die zuletzt am 18. September die Klasse unterrichtet haben.

Einen Corona-Verdachtsfall gibt es an der Nelson-Mandela-Sekundarschule. Ein Kind, das zuletzt am Mittwoch (16. September) im Unterricht war, könnte sich innerhalb der Familie mit dem Coronavirus angesteckt zu haben. Es zeigt seit Donnerstag Erkältungssymptome, wird aber erst am Montag getestet. Aus Sicherheitsgründen bleibt die gesamte Klasse 9a zunächst am Montag und Dienstag zuhause, bis das Testergebnis vorliegt.

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