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Corona-Inzidenz über 280 - Weitere Maßnahmen in Solingen
© Stadt Solingen / Screenshot YouTube
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Corona-Inzidenz über 280 - Weitere Maßnahmen in Solingen

Die Solinger Stadtspitze hat einen kurzfristigen Aktionsplan für Schulen, Kliniken, Alteneinrichtungen beschlossen. Auch im Klinikum gibt es Positivfälle unter den Mitarbeitern.

Veröffentlicht: Sonntag, 13.12.2020 16:41

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Von Samstag auf Sonntag sind in Solingen wieder rund 70 Personen neu am Coronavirus erkrankt und drei weitere Menschen verstorben. 77 Covid19-Patienten werden aktuell stationär in den Krankenhäusern betreut. Die 7-Tages-Inzidenz steigt auf 282 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. Damit zählt Solingen deutschlandweit zu den „Hotspots mit extremer Infektionslage“.

Um das Infektionsgeschehen zu bekämpfen, hat die Solinger Stadtspitze am Sonntag ein Aktionsprogramm beschlossen, das noch die Verordnung des Landes hinausgeht. Es soll Anfang der Woche in Allgemeinverfügungen einfließen und bis Mitte der Woche in Kraft gesetzt werden. Zum Aktionsprogramm gehören nach Angaben eines Stadtsprechers weitere Maßnahmen für alle Schulen und den Offenen Ganztag, die Bildung eines Krisenteams für die Alteneinrichtungen sowie weitere Unterstützung der Kliniken durch externes Fachpersonal. Weiterhin kündigten Oberbürgermeister Tim Kurzbach und Ordnungsdezernent Jan Welzel an, dass die Kontrollen der Maskenpflicht und Abstandsregelen in den Stadtteilen ausgeweitet werden sollen. Geprüft werde auch die Anordnung von nächtlichen Ausgangsbeschränkungen in der Zeit von 22 bis 6 Uhr. Nur so könne auch der Bund-Länder-Beschluss von heute umgesetzt werden, vom 16. Dezember bis zum 10. Januar den Alkoholkonsum im öffentlichen Raum in ganz Deutschland zu verbieten. Konkreteres will die Stadt Solingen am Montagnachmittag im Rahmen einer Pressekonferenz bekanntgeben.

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Station im Klinikum geschlossen

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Die Anspannung durch die Corona-Pandemie in den Solinger Krankenhäusern nimmt weiter zu. Nachdem sich in der vergangenen Woche die St. Lukas Klinik wegen eines Ausbruchs von der Notfallversorgung abmelden musste, gibt es jetzt auch im Städtischen Klinikum acht positiv getestete Mitarbeiter auf einer Intensivstation. Diese Station ist daher vorsichtshalber für Neuaufnahmen geschlossen worden, teilte die Stadt am Sonntagnachmittag mit. Gleichzeitig wurde durch die Umsetzung von negativ getestetem Pflegepersonal eine weitere Quarantäne-Station mit 18 Betten eingerichtet und in Betrieb genommen. 

„Insgesamt werden im Klinikum derzeit 27 Patientinnen und Patienten behandelt, die mit SARS-CoV-2 infiziert sind. 4 davon auf der Operativen Intensivstation, 2 müssen beatmet werden“, berichtet der Medizinische Geschäftsführer Prof. Dr. Thomas Standl.

Insgesamt ist die Belegung im Klinikum durch die angespannte Krankenauslage in Solingen spürbar angestiegen. Aktuell stehen im Klinikum (Stand Sonntagmorgen) 60 freie Betten zur Verfügung, darunter 8 Intensivplätze. Ein akuter Engpass besteht zwar noch nicht. „Dennoch haben wir ab Montag Operationen von Patientinnen und Patienten mit elektiven Eingriffen zurückgestellt“, erklärt Standl. "Dadurch können wir Fachpflegekräfte aus der Anästhesie auf den Intensivstationen einsetzen."

Denn die Personalsituation bereitet Sorge: „Durch die sprunghaft gestiegene Belegung ist vor allem die Pflege unter Druck geraten“, berichtet Dr. Martin Eversmeyer, Kaufmännischer Geschäftsführer des Klinikums. Zudem stünden dem Haus 25 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter derzeit nicht zur Verfügung, weil sie positiv auf Corona getestet wurden (15) oder in Quarantäne (10) sind.

Derzeit kommt mehrfach am Tag ein Krisenstab im Klinikum zusammen, um die Lage zu bewerten. Der zuständige Beigeordnete im Rathaus, Jan Welzel, betont: „Das Krankenhaus ist einsatzfähig. Trotz der angespannten Lage können weiterhin Notfälle im Städtischen Klinikum behandelt werden.“

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