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Die Krise überwinden: Das empfehlen die Experten der Leopoldina

Kanzlerin und Ministerpräsidenten wollen über die Zukunft der harten Beschränkungen in der Corona-Krise beraten. Für die Kanzlerin dürften die weitreichende Empfehlungen der Leopoldina sehr wichtig sein.

Veröffentlicht: Montag, 13.04.2020 12:50

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Die vollständige Stellungnahme

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Die Nationale Akademie der Wissenschaften, Leopoldina, hat am Ostermontag ihre mit Spannung erwartete Stellungnahme zur COVID-19-Pandemie veröffentlicht. Das Papier mit dem Titel „Die Krise nachhaltig überwinden“ befasst sich mit den sozialen, rechtlichen, psychologischen, pädagogischen und wirtschaftlichen Aspekten der Pandemie und den Folgen der derzeitigen Maßnahmen. Die Wissenschaftler halten eine schrittweise Rückkehr in die gesellschaftliche Normalität für möglich und beschreiben den Weg dorthin. Kanzlerin Angela Merkel hatte zuletzt immer wieder betont, dass vor allem das Papier der Leopoldina wichtig für die weiteren Beratungen zwischen Bund und Ländern sei.

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Schrittweise vorgehen

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Halle (dpa) - Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina empfiehlt, unter bestimmten Voraussetzungen so bald wie möglich zuerst Grundschulen und die Sekundarstufe I schrittweise zu öffnen.

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In der am Montag veröffentlichten Stellungnahme der Wissenschaftler, die sich mit weiteren Schritten in der Corona-Pandemie beschäftigt, heißt es unter anderem zu den Voraussetzungen, die Infektionen müssten auf niedrigem Niveau stabilisiert und die bekannten Hygieneregeln eingehalten werden. Zudem sprechen sich die Experten für eine Masken-Pflicht etwa in Bussen und Bahnen aus.

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Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte die Studie der Leopoldina als «sehr wichtig» für das weitere Vorgehen bezeichnet. Zur Sekundarstufe 1 gehören etwa Hauptschulen, Realschulen, Gesamtschulen bis Klasse 10 sowie Gymnasien bis einschließlich der Klassen 9 beziehungsweise 10.

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In der Stellungnahme «Die Krise nachhaltig überwinden» sagen die Experten, dass auch viele weitere Teile des öffentlichen Lebens schrittweise unter bestimmten Voraussetzungen wieder normalisiert werden können. Zunächst könnten etwa der Einzelhandel, das Gastgewerbe und Behörden öffnen. Aber auch private und dienstliche Reisen sowie gesellschaftliche, kulturelle und sportliche Veranstaltungen könnten wieder stattfinden.

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Hierfür müssten jedoch zunächst auch «notwendige klinische Reservekapazitäten aufgebaut» und auch andere Patienten wieder regulär aufgenommen werden. Als Voraussetzung wird auch jeweils genannt, dass Hygieneregeln diszipliniert eingehalten werden.

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Zur Öffnung von Schulen und Kitas heißt es: «Da kleinere Kinder sich nicht an die Distanzregeln und Schutzmaßnahmen halten können, gleichzeitig aber die Infektion weitergeben können, sollte der Betrieb in Kindertagesstätten nur sehr eingeschränkt wiederaufgenommen werden.»

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In den Empfehlungen heißt es unter dem Punkt «Wirtschafts- und Finanzpolitik zur Stabilisierung nutzen», staatliche Beteiligungen sollten nur im äußersten Notfall zur Stabilisierung von Unternehmen eingesetzt werden. Mit dem Auslaufen der jetzigen gesundheitspolitischen Maßnahmen würden mittelfristig weitere expansive fiskalpolitische Impulse notwendig sein. Auf der Einnahmenseite könnten dies Steuererleichterungen sein, das Vorziehen der Teilentlastung beim Solidaritätszuschlag oder seine vollständige Abschaffung. Auf der Ausgabenseite seien zusätzliche Mittel für öffentliche Investitionen, etwa im Gesundheitswesen, der digitalen Infrastruktur und im Klimaschutz wichtig. Die Krise erfordere in höchstem Maße ein europäisch-solidarisches Handeln.

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Die Experten rufen zudem dazu auf, an der marktwirtschaftlichen Wirtschaftsordnung festzuhalten. So sei an der Schuldenbremse im Rahmen ihrer derzeit geltenden Regeln festzuhalten. Dies erlaube gerade in so besonderen Zeiten wie der Corona-Krise eine deutlich höhere Verschuldung, verlange aber bei der Rückkehr zur Normalität wieder deren Rückführung. Allgemein heißt es in diesem Zusammenhang, die in der Krise getroffenen wirtschaftspolitischen Maßnahmen müssten so bald wie möglich zugunsten eines nachhaltigen Wirtschaftens im Rahmen einer freiheitlichen Marktordnung rückgeführt oder angepasst werden.

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Welche Corona-Maßnahmen sollen gelockert werden?

Bis zum 19. April laufen noch die Kontaktbeschränkungen und weitere Maßnahmen von Bund und Land zur Eindämmung des Coronavirus. Die Minister debattieren mit Kanzlerin Angela Merkel um mögliche Lockerungen der Maßnahmen. Welche sollten eurer Meinung nach ab dem 20. April gelockert werden? Stimmt hier ab.

Alles soll so bleiben wie bisher

32%

Geschäfte im Einzelhandel öffnen

24%

Schulen und Kitas mit Einschränkungen öffnen

19%

Treffen in kleinen Gruppen

11%

Gastronomie öffnen

5%

Sportvereine, Fitnessstudios oder Schwimmbäder öffnen

4%

Reisen in alle Bundesländer erlauben

3%

Großveranstaltungen (Fußballspiele, Konzerte, Festivals) erlauben

1%

Kultureinrichtungen öffnen

1%

Die Abstimmung ist bereits abgeschlossen. Es wurden insgesamt 5079 Stimmen abgegeben.

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