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Einzelhandel setzt Hoffnungen auf Mehrwertsteuersenkung
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Einzelhandel setzt Hoffnungen auf Mehrwertsteuersenkung

Die Bergische Industrie- und Handelskammer kritisiert einige Punkte des Konjunkturpakets der Bundesregierung. Vor allem die Befristung der Mehrwertsteuersenkung auf sechs Monate findet die IHK nicht zielführend. Sie befürchtet, dass die Senkung um drei Prozent als Strohfeuer verpuffen könnte. Zudem sei der bürokratische Aufwand für die Unternehmen dabei sehr hoch. Die IHK kritisiert, dass die Bundesregierung im Rahmen des Konjunkturpakets keinen Bürokratieabbau beschlossen hat. Der Handelsverband im Bergischen Land hofft hingegen, dass die Senkung der Mehrwertsteuer wieder mehr Menschen im RSG-Land zum Shoppen anrege. Aktuell würden die meisten Menschen trotz zahlreicher Corona-Lockerungen nur Bedarfskäufe erledigen. Gründe dafür sind beispielsweise, dass einige nicht mit Maske shoppen wollen oder aber große Menschenmengen meiden. Dass die Läden ihre Preise erhöhen oder aber mit starken Rabatten locken könnten, hält der Handelsverband für unwahrscheinlich.

Das Kaufverhalten der Menschen hat sich an die aktuelle Corona-Situation angepasst. Das beobachtet auch der Center-Manager des Remscheider Allee Center, Nelson Vlijt. Neben den klassischen Bedarfskäufen sind gerade vor allem Garten-, Camping- und Sportartikel beliebt. Auch Kinderschuhe sind besonders gefragt, weil viele Familien mehr in der Natur unterwegs sind, als vor Corona. Kleidungsgeschäfte und die Gastronomie im Allee Center leiden hingegen unter der Krise.

Auch das Aktionsbündnis "für die Würde unserer Städte", in dem auch Remscheid, Solingen und Wuppertal vertreten sind, ist unzufrieden mit dem Konjunkturpaket der Bundesregierung. Man sei enttäuscht, dass keine Lösung des Altschuldenproblems erreicht wurde. Die Kommunen haben gehofft, dass der Vorschlag von Bundesfinanzminister Scholz, den Städten ihre Altschulden zu erlassen, aufgegriffen wird. Das Aktionsbündnis fordert jetzt von der Landesregierung, eine eigene Lösung für das Altschuldenproblem zu finden. Solingens Oberbürgermeister Tim Kurzbach spricht in diesem Zusammenhang von einer riesigen Chance, die verpasst wurde. Auch Remscheids Oberbürgermeister Mast Weisz ist enttäuscht, dass keine Lösung für die Altschulden vorgeschlagen wurde.

Veröffentlicht: Freitag, 05.06.2020 03:56

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