
Radikalisierte Islamisten in Deutschlands Gefängnissen sind ein Problem. Davon gehen Experten aus. Am Vormittag beraten Islamwissenschaftler mit Vertretern der Politik in Düsseldorf über Prävention und Angebote zur Deradikalisierung. Vorbilder könnten Angebote aus Remscheid und Wuppertal werden.
Die JVAs Remscheid und Wuppertal-Ronsdorf haben schon seit einer Weile spezielle Präventionsbeauftragte. Auch in Köln oder Aachen gibt es so etwas. Laut dem Justizministerium können die Sozialarbeiter mit ihrer fachlichen Kompetenz die extremistischen Gefährdungen erkennen. Sie würden auch das Gespräch mit Gefangenen suchen und so ein Abrutschen in die Szene verhindern. Die Sicherheitsbehörden haben in NRW 250 Islamisten als Gefährder registriert und davon etwa 100 als "aktionsfähig" eingestuft. Viele andere sind in Haft, im Ausland oder untergetaucht.
Der Verfassungsschutz spricht von bundesweit 27.000 Islamisten.
Deutschland muss sich nach Einschätzung von Experten verstärkt gegen radikalisierte Islamisten in Gefängnissen
rüsten. Islamwissenschaftler, Konfliktforscher und Experten aus der Politik erörtern am Donnerstag (10.00 Uhr) in der
Justizvollzugsanstalt (JVA) Düsseldorf Angebote zur Prävention und Deradikalisierung. "Der Islamische Staat ist nicht endgültig geschlagen", warnt auch der aktuelle Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen. "Obwohl die Anzahl der Anschläge nach einem Höhepunkt im Jahr 2016 in Deutschland zurückgegangen ist, stellen gewaltorientierte Salafisten und Rückkehrer aus dschihadistischen Kampfgebieten weiterhin eine große Gefahr für die innere Sicherheit dar."