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Geständnis im Prozess um Brandanschlag am Solinger Grünewald
© Radio RSG/Anni Stosberg
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Geständnis im Prozess um Brandanschlag am Solinger Grünewald

Überraschend hat der Angeklagte sowohl die Brandstiftung an der Grünewalder Straße als auch einen späteren Machetenangriff gestanden. Die Anwälte des 40-jährigen Solingers haben das schriftliche Geständnis vorgelesen. Im März 2024 starb eine vierköpfige Familie bei dem Feuer, viele Menschen wurden teils lebensgefährlich verletzt.

Veröffentlicht: Montag, 03.02.2025 09:51

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Im Prozess um den Brandanschlag an der Grünewalder Straße in Solingen hat der Angeklagte ein umfassendes Geständnis abgelegt. Vor dem Wuppertaler Landgericht haben seine beiden Anwälte das schriftliche Geständnis vorgetragen. Demnach gibt der Angeklagte in vollem Umfang zu, dass er im März vergangenen Jahres (25.02.24) den Brand an der Grünewalder Straße gelegt hat. Der Entschluss sei spontan entstanden. Ein Motiv könne er nicht nennen, außer dass er schon seit frühester Jugend großes Interesse an Feuer gehabt habe. Er habe sich jetzt zum Geständnis entschlossen, weil ihm klar geworden sei, welches Leid er verursacht habe. Bei dem Brandanschlag ist eine vierköpfige Familie ums Leben gekommen, viele weitere Hausbewohner wurden teils lebensgefährlich verletzt. Durch seine Anwälte hat der Angeklagte außerdem gestanden, dass er vor dem Brandanschlag bereits zwei weitere Male im selben Haus Feuer gelegt hat. Desweiteren hat der Angeklagt gestanden, am 8. April 2024 einen Freund in dessen Wohnung mit einer Machete verletzt zu haben. Als Grund dafür sagte der Angeklagte seinen Anwälten wörtlich: Wegen der Schuldgefühle für den Brandanschlag und der Angst vor Entdeckung sei er an dem Tag „einfach durchgedreht“. Die Nationalität der Hausbewohner sei ihm dabei egal gewesen. Auch eine Zeugin sagte am zweiten Prozesstag aus, dass der Angeklagte keinerlei ausländerfeindliche Tendenzen hatte. Im Gegenteil sei er zu den Nachbarn mit Migrationshintergrund immer sehr freundlich und hilfsbereit gewesen. Die getötete, vierköpfige Familie hat bulgarische Wurzeln, die Angehörigen dort zählen zu einer türkischen Minderheit. (cp/as)

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