
Gruppe für Eltern von drogensüchtigen Kindern in Solingen
Immer mehr kommen dazu, deshalb bekommt die Elterngruppe jetzt einen Ableger
Veröffentlicht: Mittwoch, 19.02.2020 11:46
Ina, die Mutter eines 18-jährigen Sohnes berichtet: Ihr Sohn Luca steht morgens nicht mehr auf um in die Schule zu gehen. Er konsumiert Cannabis, ist für seine Eltern nicht mehr ansprechbar. Beim Thema Drogensucht reagiert er aggressiv, verharmlost seinen Konsum. Seine Eltern wissen nicht mehr weiter, die Stimmung Zuhause ist schlecht. Auch die 16-jährige Schwester leidet unter der Situation, genau wie ihre Eltern. Freunde und Familie reagieren mit Unverständnis und fragen, warum man sich das alles so lange bieten lässt. Der ständige Tanz zwischen Verständnis für Luca und dem Versuch Konsequenzen für sein Handeln zu finden, zermürbt Ina. Jetzt aber hat sie im Elternkreis endlich andere Eltern gefunden, die ihr zuhören. Niemand verurteilt sie für ihr Handeln oder Nicht-Handeln, sie ist nicht schuld. Keiner hat fertige Konzepte oder gute Ratschläge. Alle sprechen über Ihre Ängste und Sorgen und versuchen gemeinsam Wege zu finden mit der Krise und ihren Belastungen besser fertig zu werden.
So sieht ein typischer Erfahrungsbericht aus dem seit 2014 bestehenden „Elternkreis von Söhnen und Töchtern mit der Doppeldiagnose Sucht und psychische Erkrankung“ in Solingen aus. Viele Eltern wurden durch die regelmäßigen monatlichen Treffen gestärkt, haben zum Teil ihren Weg zum Umgang mit der Situation gefunden oder finden Unterstützung diesen zu gehen.
Dieser erste Elternkreis ist aufgrund der großen Resonanz voll und kann keine weiteren Mitglieder mehr aufnehmen. Mit Unterstützung von Mitgliedern des bisherigen Kreises soll jetzt ein neuer zweiter Elternkreis mit aktuell betroffenen Eltern gegründet werden.
Angesprochen fühlen sollen sich Eltern/Angehörige von minderjährigen oder jungen Erwachsenen mit Suchtverhalten (Cannabis, andere Drogen, Computersucht etc.) und psychischer Beeinträchtigung. Dabei muss keine Diagnose einer Erkrankung von einem Arzt gestellt worden sein, es reicht, wenn die Eltern in Sorge ihres Kindes wegen dem Konsum/ Verhalten und den damit einhergehenden Problemen sind.
Ein erstes Treffen der neuen Gruppe findet statt:
Datum: Mittwoch, den 11.03.2020
Uhrzeit: 19. 30 Uhr
Ort: In den Räumen des Psychosozialen Trägervereins Solingen e.V. / Kölner Str. 1, 42652 Solingen
Infos gibt es hier