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Hasseldelle-Prozess: kein neues Gutachten
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Hasseldelle-Prozess: kein neues Gutachten

Der Prozess um die Solingern, die fünf ihrer sechs Kinder getötet haben soll, wurde gestern fortgesetzt. Dabei ging es insbesondere um die Frage, ob die Angeklagte voll schuldfähig ist. Sollte sie als voll schuldfähig eingeschätzt werden und laut Anklage auch verurteilt werden, droht ihr lebenslange Haft. Die Gutachter, die das erste vorläufige Gutachten erstellt hatten, wurden jedoch von der Verteidigung stark kritisiert - sie forderten die Absetzung der beiden Gutachter - die Kammer hat jedoch gestern entschieden: dazu wird es nicht kommen, die Anträge sind zurückgewiesen. Die Angeklagte hat sich auch gestern nicht zu der Tat geäußert - dafür wurden weitere Zeugen verhört. Unter anderem eine ehemalige Klassenlehrerin. Auch der noch nicht in Gänze aufgeklärte Fall von sexuellem Missbrauch durch ihren Vater ist Teil der Verhandlungen.

Die Kammer sah keine Anzeichen dafür, dass das Gutachten des psychiatrischen Sachverständigen falsch oder widersprüchlich sei, erklärte der Vorsitzende Richter am Mittwoch im Wuppertaler Landgericht. Daher bedürfe es keiner neuen Begutachtung. Der psychiatrische Gutachter hatte der angeklagten Mutter in einem Zwischenbericht volle Schuldfähigkeit attestiert. Die Verteidiger sehen dagegen Anzeichen für eine schwere Persönlichkeitsstörung als Folge von sexuellen Übergriffen im Kindesalter. Dies könnte die Angeklagte vor einer Verurteilung zu lebenslanger Haft bewahren - zugunsten einer Einweisung in eine geschlossene Psychiatrie.

Der 28-jährigen Deutschen droht lebenslange Haft, weil sie fünf ihrer sechs Kinder ermordet haben soll. Die Angeklagte bestreitet die Vorwürfe. Ein Unbekannter habe ihre Kinder getötet. Wann ein Urteil erwartet wird steht noch nicht fest, Verhandlungstage sind bis Ende Oktober angesetzt.

Veröffentlicht: Donnerstag, 12.08.2021 11:57

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