KEINE geteilten Klassen - Land kippt Solinger Lösung

Schlappe für die Solinger Stadtspitze: Das Land untersagt die Einführung eines Modells mit geteiltem Unterricht an den weiterführenden Schulen. Am Nachmittag (3.11.) hat das NRW-Gesundheitsministerium die Stadt Solingen per Erlass angewiesen, die Allgemeinverfügung zur Einführung des Blockunterrichts an den weiterführenden Schulen während des augenblicklichen zweiten Lockdowns nicht umzusetzen.

Geplant war, dass die Klassen und Kurse an den weiterführenden Schulen und Berufskollegs ab Mittwoch (4.11.) geteilt und abwechselnd in der Schule und zuhause unterrichtet werden. Der sogenannte "Solinger Weg" wurde jetzt sehr kurzfristig am Dienstagnachmittag von NRW Schulministerium gekippt.

Für die Schulen und die Schüler heißt das nun erstmal: Alle Schüler müssen nun morgen weiter ganz normal zur Schule gehen.

Die Stadt Solingen hat dafür kein Verständnis und zeigt sich enttäuscht. In einer Pressekonferenz teilte Oberbürgermeister Tim Kurzbach am Nachmitag mit, die Entscheidung sei auf Veranlassung vom Gesundheitsministerium gefallen. Rechtliche Mittel gegen die Entscheidung aus Düsseldorf habe die Stadt nicht, so der OB. Man sei aber weiter vom Konzept getrennter Klassen überzeugt und damit auch nicht allein. Weitere Kommunen hätten das Konzept umsetzen wollen und auch das Robert Koch Institut stünde dahinter.

In einer Stellungnahme aus dem Schulministerium heißt es als Begründung: Der sogenannte „Solinger Weg“ würde den „vielfältigen Bedürfnissen der Schülerinnen und Schüler nicht gerecht, vor allem nicht unter dem Gesichtspunkt der Bildungsgerechtigkeit.“ Der Präsenzunterricht habe für die Entwicklung und Bildung der Kinder höchste Priorität. Das Solinger Modell würde zu einer Sozialen Benachteiligung von Schülern führen, die zu Hause keine Unterstützung beim Lernen erhielten. Die Stadt Solingen setzt dem entgegen: die Solinger Schulen seien digital bestens ausgestattet, was die digitalen Möglichkeiten des Homescoolings angehe. Es gebe gut ausgearbeitete Konzepte, um mögliche Nachteile auszugleichen.

Außerdem argumentiert die Stadt Solingen: das aktuelle Infektionsgeschehen an den Solinger Schulen würde den Solinger Weg nur bestätigen. So seinen binnen einer Woche 17 Klassen an 15 Schulen in Quarantäne geschickt worden, weil es dort jeweils Corona Fälle gegeben hatte. Allein am Dienstag (03.11.) seien weitere 11 Klassen dazugekommen und damit insgesamt 20 Schulen betroffen. Besser sei es doch die Klassen getrennt im rollierenden System zu unterrichten, wie es der Solinger Weg vorsieht, als ganze Klassen in Quarantäne schicken zu müssen.

Weitere Meldungen