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Kirchenkreis entdeckt Hinweise auf Missbrauch in Akten
© Kristina Ziegenbalg
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Kirchenkreis entdeckt Hinweise auf Missbrauch in Akten

In den Evangelischen Kirchen in Solingen haben sich seit 1946 mindestens acht Personen grenzverletztend oder übergriffig verhalten oder sexualisierte Gewalt angewandt.

 

Veröffentlicht: Dienstag, 16.12.2025 04:37

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Das geht aus der Aktensichtung hervor, die vor Kurzem im Evangelischen Kirchenkreis Solingen abgeschlossen wurde. Sechs Fachleute, darunter vier pensionierte Kriminalbeamte haben in den vergangenen Monaten die Akten der vergangenen 80 Jahre untersucht und sind dabei auf die acht Personalakten aufmerksam geworden. Bei denen gab es beispielsweise Beschwerden oder plötzliche Kündigungen ohne ersichtlichen Grund. In den acht Fällen werden die Akten jetzt an unabhängige Staatsanwälte überführt. Diesen sollen sie strafrechtlich überprüfen und gleichzeitig schauen, ob die Gemeinden oder der Kirchenkreis bei gemeldetem Fehlverhalten institutionell versagt haben. Die Kirche geht davon aus, dass die Dunkelziffer höher sein könnte, deswegen bittet sie darum, dass sich Menschen melden, die vor vielen Jahren oder erst vor kurzem sexualisierte Gewalt erfahren haben - oder Zeugen davon geworden sind. Man nehme jede Geschichte ernst, auch wenn das in der Vergangenheit vielleicht nicht der Fall gewesen sei, betont Superintendentin Ilka Werner. (cg)


Wer sexualisierte Gewalt in der Evangelischen Kirche erfahren hat oder von solchen Fällen oder Anzeichen weiß, kann sich an die Vertrauenspersonen beim Evangelischen Kirchenkreis Solingen wenden: 

Simone Tschense und Simone Henn-Pausch (per Telefon unter 0212 287 301 oder per Mail an vertrauenspersonen@evangelisch-solingen.de).


Hilfen bietet auch die Ansprechstelle für den Umgang mit Verletzungen der sexuellen Selbstbestimmung der Evangelischen Kirche im Rheinland: Tel. 0211 4562 391.


Alternative Ansprechstellen außerhalb der Kirche sind die Fachberatungsstelle bei sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche (FABS): Tel. 0212 586118 und das

Hilfetelefon Sexueller Missbrauch: Tel. 0800 2255530.

 

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