
Lebenslang für Remscheider Todesraser - Das Urteil und die Reaktionen
Das Landgericht verhängt gegen den angeklagten Burak Can A. die Höchsstrafe.
Veröffentlicht: Donnerstag, 07.05.2026 17:08
Dieses Urteil setzt ein Zeichen: Der Todes-Raser von Remscheid-Lennep bekommt eine lebenslange Haftstrafe. Vor dem Wuppertaler Landgericht ist am Donnerstag das Urteil gegen Burak Can A. gefallen. In der Nacht zum 1. Mai 2025 verursachte er auf der Lenneper Karlstraße den folgenschweren Unfall, als er sich alkoholisiert hinter das Steuer seines Mercedes AMG setzte, mit hoher Geschwindigkeit anfuhr, dabei die Kontrolle verlor und zwei Fußgängerinnen auf dem Bürgersteig erfasst. Die 19-jährige Hanna verstarb an den Folgen, ihre damals 17-jährige Freundin Noelle wurde schwer verletzt.
Die Richter stuften die Tat als Mord, versuchten Mord und gefährliche Körperverletzung ein. Der Angeklagte habe den Unfall billigend in Kauf genommen, so der Vorsitzende Richter. Die Raserfahrt sei genauso zu bewerten, als habe jemand mit einer Waffe auf dem Bürgersteig geschossen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, würde aber bedeuten, dass Burak Can A. mindestens 15 Jahre ins Gefängnis muss. Seine Verteidiger, die in ihren Plädoyers eine mildere Strafe geforderten hatten, da sie keine Mordmerkmale sahen, kündigten allerdings bereits an, in Revision gehen zu wollen.
Gerichtssprecherin Katharina Keil erläutert im RSG-Interview die Urteilsbegründung (siehe unten). Radio RSG-Redakteurin Clara Pieck hat den Prozess im Landgericht seit dem ersten Verhandlungstag umfangreich begleitet. Sie schildert, wie der Angeklagte, aber auch die Opfer und Angehörigen das Urteil aufgenommen haben. Weitere Reaktionen hört ihr am Freitag ab 6 Uhr in der RSG-Morgenshow.