Maske im Unterricht: "Nicht erforderlich, nicht sinnhaft, nicht belegbar"

Kinderarzt-Verbände sehen keinen Anlass für Maskenpflicht im Unterricht. Der Solinger Thomas Fischbach hält die Entscheidung der NRW-Landesregierung für "angstgesteuert".

Zum Schulstart nächste Woche müssen Schüler in NRW ab Klasse 5 auch im Unterricht einen Mund-Nase-Schutz tragen. So hat es die Schulministerin am Montag angekündigt. Damit schlägt NRW einen schärferen Kurs ein als andere Bundesländer. Das sorgt für viele Diskussionen, Kritik und Fragen: Ist das im Sinne des Corona-Schutzes wirklich sinnvoll und notwendig? Nein, sagen jetzt führende Kinder- und Jugendmediziner. Über ihre Verbände und die Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendmedizin haben sie auf wissenschaftlicher Basis Handlungsempfehlungen für Kitas und Schulen in der Pandemie-Zeit entwickelt.

Der Solinger Kinderarzt Thomas Fischbach, der zugleich Präsident des Bundesverbands der Kinder- und Jugendärzte ist, war daran beteiligt und sagt im RSG-Interview: Ein Regelbetrieb in Kitas und Schulen ist grundsätzlich möglich. Dass das Masketragen im Unterricht etwas bringt, sei aber nicht wissenschaftlich belegt. Die Sorge, dass dadurch die Konzentration der Schüler beeinträchtigt werden könnte, kann Fischbach nachvollziehen. Aus Sicht der Kinder- und Jugendmediziner würde es ausreichen, wenn die Maske auf dem Weg durchs Schulgebäude oder auf dem Pausenhof getragen wird - das allerdings auch erst ab 10 Jahren, also etwa ab Klasse 5. Für Kita- aber auch Grundschulkinder könnte man aus Sicht der Mediziner auf Masken komplett verzichten, sofern es nicht um einen besonderen Corona-Hotspot handelt.

© Radio RSG

Und hier könnt Ihr die Empfehlungen der Kinder- und Jugendmediziner zur Corona-Präventation in Schulen und Kitas nachlesen.


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