
Messerverbotszone in der Solinger City: der falsche Weg
Wird die Solinger Innenstadt zur Messerverbotszone? Darüber wird seit dem Messerangriff vom 1. April auf der Konrad-Adenauer-Straße diskutiert.
Veröffentlicht: Mittwoch, 08.04.2026 13:30
Oberbürgermeister Daniel Flemm hatte sich dafür ausgesprochen. Doch solche Zonen sind der falsche Ansatz, um die Sicherheit in der Innenstadt zu erhöhen, sagt jetzt der Verein Mitteschmiede Solingen e.V. Bei Messerverbotszonen würden - wenn man die Diskussion ehrlich führe- vor allem Menschen mit dunklem Erscheinungsbild anlasslosen Befragungen und körperlichen Durchsuchungen durch die Polizei ausgesetzt. Durch die aktuelle Diskussion würden Menschen mit Migrationshintergrund in ganz Solingen zu Unrecht stigmatisiert, so der Verein, denn der mutmaßliche Täter ist türkischer Staatsbürger. Messerkriminalität treffe laut der Kriminalpolizei außerdem grundsätzlich nicht den "normalen Bürger", sondern finde in einer bestimmten Szene statt. Um solche Parallelgesellschaften zu verhindern, gäbe es aber bessere Wege: so sollte etwa die Stadt mehr in den Immobilienmarkt in der City eingreifen, wie es in anderen Städten schon gemacht werde. So werde Druck auf Vermieter in der Innendstadt ausgeübt, die ihre Objekte dann in gute Hände geben. Bei der Messerattacke vom 01. April handele es sich um eine tragische Einzeltat, so der Verein weiter. Mit "plakativen" Polizeiaktionen und Verbotszonen zu reagieren, würde der Innenstadt eher schaden. (ns)