
Noch viel Arbeit beim Thema Gleichstellung
Am heutigen Weltfrauentag stehen auch im RSG-Land Themen, Probleme und Projekte von Frauen im Mittelpunkt. Die Bergische Uni in Wuppertal etwa setzt sich dafür ein, dass sich Gründerinnen untereinander besser vernetzen können. Im Start-up Center der Bergischen Uni wurden verschiedene Workshops und Veranstaltungen dazu entwickelt. Ein großes Problem in der Gründerszene ist laut der Uni, dass es an weiblichen Vorbildern fehlt. In der allgemeinen Wahrnehmung kämen überwiegend Männer zu Wort. Mit dem Projekt für Gründerinnen möchte man verschiedene Zielgruppen ansprechen. Etwa Studentinnen und Absolventinnen, die sich erst einmal über das Thema Gründung informieren wollen. Aber auch Frauen, die schon ein paar Schritte weiter sind und kurz vor der Gründung eines Start-Ups stehen oder ihr Unternehmen vorantreiben wollen. Das Projekt „Women Entrepreneur in Science“ (WES) hat sich zum Ziel gesetzt, ein Netzwerk für NRW-Hochschulen zu schaffen, um Gründerinnen und gründungsinteressierte Frauen zusammenzubringen. „In unseren Formaten geht es darum, ein positives und begeisterndes Umfeld sowie einen gemeinsamen Tatendrang zu entwickeln“, erklärt Projektleiterin Prof. Dr. Christine Volkmann. Mehr Infos gibt es hier.
Die Gewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt nimmt den Weltfrauentag zum Anlass um darauf hinzuweisen, dass Frauen im RSG-Land besonders stark von den Folgen der Corona-Pandemie betroffen sind. Sie kümmern sich stärker um Haushalt und Kinder, haben niedrigere Einkommen und müssen häufiger um ihren Job fürchten, so die Gewerkschaft. Nach Angaben der Arbeitsagentur seien aktuell 60 Prozent der insgesamt rund 11.000 geringfügigen Arbeitsverhältnisse in Remscheid in Frauenhand. Geringfügig Beschäftigte gehen nicht nur beim Kurzarbeitergeld leer aus. Sie sind auch häufiger von Entlassungen betroffen, so die IG BAU. Nach einer Untersuchung der Hans-Böckler-Stiftung sei die durchschnittliche Erwerbsarbeitszeit von Frauen im Zuge der Corona-Krise stärker gesunken als die von Männern.
Auch bei der Stadt Remscheid ist der Weltfrauentag heute Anlass um auf das Thema Gleichstellung aufmerksam zu machen. Gleich mehrere Lücken zeigen laut der Stadt die schlechtere wirtschaftliche und gesellschaftliche Situation von Frauen auf:
• Es gibt eine Lücke beim Entgelt (aktuell 19%), das Lebenseinkommen von Frauen liegt 49% unter dem der Männer.
• Frauen verbringen 52% mehr Zeit mit Kinderbetreuung, Haushaltspflege, Pflege von Angehörigen als Männer.
• Die durchschnittliche Frauenaltersrente liegt in Deutschland bei 711 Euro, 38 % niedriger als Renten von Männern.
• In den Parlamenten und Kommunalparlamenten sind Frauen meist nur zu ca. einem Drittel vertreten. Der aktuelle Frauenanteil im Remscheider Rat beträgt 31,1 %.
• 81 % aller Opfer von häuslicher Gewalt sind Frauen
Das Remscheider Frauenforum 2.0 fordert Politikerinnen und Politiker sowie Verantwortliche in den Verwaltungen dazu auf, ihren Beitrag zur Schließung dieser Lücken zu leisten. Das Remscheider Frauenforum 2.0 ist ein loser Zusammenschluss von interessierten Frauen. Manche kommen aus Verbänden, Vereinen oder Parteien, andere engagieren sich privat. Frauen, die Interesse an einer Mitarbeit haben, melden sich bitte an unter frauenbuero@remscheid.de.
Veröffentlicht:
„Ohne uns Frauen läuft nichts“ ist dieses Jahr das Motto der Remscheider Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen für den Internationalen Frauentag. An verschiedenen Stellen in der Stadt hat die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) der Remscheider SPD Banner mit diesem Motto aufgehängt. In der Corona-Krise zeige sich, wie wichtig die Arbeit von Frauen ist - und gleichzeitig auch, wie wenig weibliche Arbeit in vielen Bereichen wertgeschätzt wird. „Wir werden uns weiter für Frauen und Frauenrechte einsetzen. Mit unserer Banneraktion wollen wir hierfür ein Zeichen setzen. Und uns nächstes Jahr zum Internationalen Frauentag wieder mit Präsenzveranstaltungen für Frauen und Frauenrechte einsetzen.“, so die Vorsitzende der AsF in Remscheid, Dr. Gerhilt Dietrich.
