Anzeige
Quarantäne-Regeln an Schulen: VBE bleibt skeptisch
©
Teilen: mail

Quarantäne-Regeln an Schulen: VBE bleibt skeptisch

In Schulen sollen bundesweit einheitliche Quarantäne-Regeln gelten - und bei gutem Schutzkonzept gelockert werden. Darauf haben sich die Gesundheitsminister von Bund und Länder geeinigt. Der Verband Bildung und Erziehung in Solingen bleibt skeptisch, wie das konkret in der Praxis umgesetzt werden soll. Es ist gut, dass es einheitliche Regelungen geben soll, findet der VBE Solingen. Die Frage sei, warum die erst jetzt kommen. Wichtig sei, dass die Regelungen verlässlich, nachvollziehbar und umsetzbar für die Schulen im RSG-Land sind. Nach den einheitlichen Regeln sollen künftig keine kompletten Klassen mehr in Quarantäne müssen. Und wer direkten Kontakt zu der infizierten Person hatte, soll sich nach fünf Tagen aus der Isolation heraustesten können. Geimpfte und genesene Schülerinnen und Schüler sollen von der Quarantäne-Regelung ganz ausgenommen werden. Wichtig für die Schulen und die Familien im RSG-Land seien transparente Regelungen, die möglichst geringen Aufwand verursachen. Genau an dieser Stelle befürchte man weiterhin große Belastungen für die Grundschulen. Denn die könnten durch die Ganztagsgruppen eine Vermischung der Kinder gar nicht vermeiden.

„Es gilt abzuwarten, wie die gestern getroffenen Regelungen der Länder letztendlich von den Gesundheitsämtern umgesetzt werden. Insgesamt gilt: Es ist gut, dass es einheitliche Regelungen geben soll - die Frage ist, warum erst jetzt. Und es bleibt abzuwarten, wie die Umsetzung in der Praxis funktioniert.“, so Jens Merten, Vorsitzender des VBE Solingen. Seines Erachtens müssen die Tests für die Kinder dauerhaft kostenfrei bleiben, um die Schulen weiterhin möglichst sicher zu halten. Ansonsten würde man viele Familien finanziell unter Druck setzen und damit praktisch eine Testpflicht für Kinder aus finanziell schwachen Familien einführen. Das wäre ein fatales Zeichen. Zudem dürfe die Umsetzung der Regeln an den Schulen nicht so kompliziert sein. Jede Minute der Kolleginnen und Kollegen, die nicht den Kindern und Jugendlichen zugutekommt, sei verschwendet. Die lockereren Quarantäne-Maßstäbe sollen laut Beschluss der Gesundheitsminister von Bund und Länder nur angewandt werden, wenn die Schulen über Schutzkonzepte verfügen, also zum Beispiel notwendige Belüftungssysteme eingebaut haben, regelmäßige Tests durchführen und die Maskenpflicht einhalten.

Veröffentlicht: Dienstag, 07.09.2021 03:44

Anzeige
Anzeige
Anzeige