Solidarität mit Hanau

Heute jährt sich das rechtsradikale Attentat von Hanau. Remscheids Oberbürgermeister Mast-Weisz sagt, dass der Jahrestag für uns alle eine wichtige Erinnerung sein sollte: Rassismus ist real und unsere Demokratie muss immer wieder neu verteidigt werden. Der deutsche Täter erschoss heute vor einem Jahr neun Menschen mit Migrationshintergrund. Im RSG Land war die Anteilnahme nach der Tat sehr groß. In Remscheid wurde damals die Altweiberfeier für eine Schweigeminute unterbrochen. In Solingen und Remscheid gab es Mahnwachen. Damit sollte ein Zeichen gegen Faschismus und Rassismus gesetzt werden. Heute wird es im RSG-Land wegen der aktuellen Corona-Lage kein öffentliches Gedenken geben. Solingens Oberbürgermeister Kurzbach wird dem Oberbürgermeister der Stadt Hanau aber zusammen mit dem Bündnis für Toleranz und Zivilcourage eine Nachricht zukommen lassen und seine Solidarität ausdrücken.


Hier die Botschaft von Tim Kurzbach im Wortlaut:

Am 19. Februar vergangenen Jahres ermordete ein Täter aus rassistischen und verschwörungsideologischen Motiven neun Menschen, bevor er sich und seiner Mutter das Leben nahm. Heute, genau ein Jahr nach der Tat, halten wir einen Augenblick inne und gedenken

 

Ferhat Unvar

Hamza Kurtović

Said Nesar Hashemi

Vili Viorel Păun

Mercedes Kierpacz

Kaloyan Velkov

Fatih Saraçoğlu

Sedat Gürbüz

und Gökhan Gültekin.

 

Unsere Gedanken sind bei Ihren Nächsten und Angehörigen. Gleichzeitig rufen wir dazu auf, auch hier in Solingen immer wieder wachsam zu sein. Rassismus, Rechtsextremismus und Verschwörungserzählungen sind, vermittelt über unzählige Wege, schon wieder viel zu tief in die Mitte unserer Gesellschaft vorgedrungen. Dort wirken sie und machen aus dem Nächsten einen Feind. Diese Logik spaltet nicht nur unsere Gesellschaft, sie ebnet den Weg zu Taten wie in Hanau am 19. Februar vergangenen Jahres. Wir mahnen auch zu Wachsamkeit gegenüber all denjenigen, die das Produzieren von Feindbildern zu ihrem politischen, redaktionellen oder wirtschaftlichen Geschäft gemacht haben. In Zeiten, in denen die Verbreitung von Hass, vermittelt über Klicks, sich für Einzelne auszuzahlen scheint, sind wir besonders gefragt. Wir rufen daher zu Respekt und Anerkennung, Dialog und Austausch, Solidarität und Herzlichkeit auf. Dies sind unsere Mittel für ein friedliches, von gegenseitiger Achtung geprägtes Miteinander aller hier in Solingen lebenden Menschen.

 

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