Solingen: Corona-Zahlen über Vorwarnstufe

Der RKI-Wert für Solingen steigt am Sonntag weiter an. Weitere Maßnahmen sind möglich.

© dpa / Marijan Murat

Die Entwicklung hatte sich in den vergangenen Tagen schon angedeutet: In Solingen ist die Zahl der Corona-Fälle wieder angestiegen. Am Sonntag meldete das Robert-Koch-Institut einen Wert für die so genannte 7-Tage-Inzidenz von 39,5 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. Allein von Samstag auf Sonntag sind trotz Feiertag 15 neu gemeldete Positivtestungen hinzu gekommen.

Was bedeutet das?

Die Schutzverordnung des Landes NRW sieht vor, dass ab einem RKI-Wochenwert von 35 die erste Stufe der "lokalen Corona-Bremse" greift. Das Landeszentrum Gesundheit nimmt Kontakt mit der Stadt auf um zu klären, ob sich die Infektionsquellen eingrenzen lassen. Vor einigen Wochen, als Solingen schon einmal die Vorwarnstufe überschritten hatte, war das der Fall: Eine Feier in Leichlingen und ein Seminar für Freiwilligendienstler waren die Hauptursachen für den Anstieg der Zahlen. Weitere Maßnahmen hielten Stadt und Land seinerzeit für nicht erforderlich.

Zur aktuellen Entwicklung hat sich die Stadt Solingen bislang nicht geäußert. Es scheint sich aber um ein eher "diffuses" Infektionsgeschehen zu handeln, wie es zuletzt auch in Remscheid der Fall war. Sollte das so sein, muss die Stadt reagieren. Das Solinger Gesundheitsamt hatte den Wert für die Wocheninzidenz am Freitag noch selbst mit 25,2 angegeben. Maßgeblich für eventuelle Maßnahmen sind allerdings die RKI-Werte.

Welche Maßnahmen könnten kommen?

Sollte sich der Anstieg nicht klar eingrenzen lassen, schreibt die Corona-Schutzverordnung des Landes ab einer Inzidenz von 35 schärfe Grenzen für private Feiern vor: Feste aus herausragendem Anlass (Hochzeiten, Taufen, runde Geburtstage etc.), die außerhalb von Wohnungen stattfinden, sind dann nur noch mit maximal 50 Gästen erlaubt. Derzeit wären mit Genehmigung des Ordnungsamtes bis zu 150 Gäste möglich. Darüber hinaus könnte die Stadt zusätzliche Schutzmaßnahmen erlassen.

Wie ist die Stadt vorbereitet?

Unklar. Die bereits seit 1. Oktober gültige neue Corona-Schutzverordnung sieht für alle Kommunen und Kreise in NRW vor, dass solche besonderen Feiern ab einer Gästezahl von mindestens 50 grundsätzlich beim Ordnungsamt anzumelden sind. Mindestens drei Tage vorher ist die Veranstaltung den Behörden unter gewissen Vorgaben mitzuteilen. Andere Städte haben dazu bereits spezielle Kontaktadressen oder Onlineformulare eingerichtet. Von der Stadt Solingen hieß es am Freitag auf RSG-Nachfrage lediglich, dass sich Betroffene an das Ordnungsamt an der Gasstraße wenden könnten und man dort weitere Informationen erhalte. Es müssten verwaltungsintern allerdings noch organisatorische Fragen geklärt werden.

In Remscheid liegt der Inzidenzwert weiterhin über 50. Daher hat die Stadt Remscheid zusätzliche Schutzmaßnahmen angeordnet und diese nun auch bis 15. Oktober verlängert. Die Übersicht zur Corona-Lage in Remscheid.

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