
Solinger Rat: Grundsatzvotum zu Arena-Plänen am Weyersberg
Zwei Monate später als zunächst geplant soll der Solinger Stadtrat heute darüber entscheiden, ob die Planungen für eine neue Sport- und Event-Arena am Weyersberg weiterverfolgt werden. Die Stadtspitze rechnet mit breiter Mehrheit, bekommt aber weiter Gegenwind von Klimaschützern und Jugendstadtrat.
Veröffentlicht: Donnerstag, 17.02.2022 06:52
Die Stadtspitze hatte ihren Beschlussvorschlag für die Arena-Planung zuletzt nochmal erweitert und dabei insbesondere Forderungen der CDU mitaufgenommen.
Statt die alte Klingenhalle für geschätzte 20 Millionen Euro zu sanieren, wollte die Stadt 50 Millionen investieren, um stattdessen die neue Arena zu bauen - mit bis zu 5.000 Plätzen für Sportevents und bis zu 8.000 Zuschauer bei Konzerten. Handball-Bundesligist Bergischer HC steht hinter den Plänen der Stadt - weil die alte Klingenhalle nicht mehr den Anforderungen der Bundesliga entspricht, würde man Solingen als Spielort ansonsten verlassen. Auch der Solinger Sportbund unterstützt grundsätzlich die Arena-Idee. Dass die Klingenhalle abgerissen werden soll, wenn der Neubau steht, stieß bei Sportvereinen und Schulen jedoch wegen der ohnehin schon knappen Hallenzeiten auf Kritik. Jetzt soll, wenn der Rat heute mit Mehrheit zustimmt, auch eine Kombilösung aus Arena- und Klingenhallen-Sanierung geprüft werden.
Mit dem Grundsatzentscheid heute würde Stadtrat zunächst eine Reihe von Prüfaufträgen auf den Weg bringen, bevor endgültig entschieden werden soll. Zwei bis drei Jahre wird dieser Prozess dauern und mindestens 350.000 Euro für verschiedene Gutachten kosten - auch wenn man sich am Ende der Prüfung doch gegen die Arena-Pläne entscheiden sollte.
FFF: Arena wäre "Ökologisch höchst fragwürdig"
Vor der heutigen Grundsatzentscheidung bekommt Oberbürgermeister Tim Kurzbach nochmal ordentlich Gegenwind von Unwelt- und Klimaschützern und dem Solinger Jugendstadtrat. Die geplante Arena sei "ökologisch höchst fragwürdig" und eine völlig falsche Prioritätensetzung, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung, der sich unter anderem die Solinger Gruppen von Fridays bzw. Parents for Future sowie Bund für Umwelt & Naturschutz angeschlossen haben. Dass für einen Neubau und den gleichzeitigen Erhalt einer sanierten Klingenhalle schätzungsweise 50 bis 100 Millionen Euro investiert werden müsten, halten die Kritiker für nicht nachvollziehbar. Während für weitere Fahrradwege kein Geld da sei, würde sich die Verkehrsbelastung am Weyersberg durch den Bau einer neuen Arena am Weyersberg noch weiter verschärfen. Mit den Stimmen von SPD, CDU, FDP und BfS gilt jedoch als sicher, dass die Mehrheit des Rates heute erstmal ein "Go" für weitere Planungen gibt.