
Solinger Südpark als Vorbild für Neue Quartiere Lennep?
Beim Remscheider Jahresempfang der Industrie- und Handelskammer ging es neben den schwierigen Folgen der Energiekrise für die Industrie auch um neue Ideen für die Stadtentwicklung.
Veröffentlicht: Mittwoch, 09.11.2022 15:34
Die Energiekrise macht vor allem den stark exportabhängigen, bergischen Industrie-Unternehmen große Sorgen - und könnte Arbeitsplätze in der Region gefährden. Das ist am Abend auch beim Remscheider Wirtschaftsempfang der Industrie- und Handelskammer deutlich geworden. Vor allem für energieintensive Betriebe wie die Remscheider Firma Dirostahl sind die massiven Preissteigerungen eine große Herausforderung. Dirostahl-Chef und IHK-Vizepräsident Roman Diederichs hofft deshalb weiter auf die angekündigten Preisdeckel für Strom und Gas. Dass Energie, auch politisch gewollt, perspektivisch teurer wird, sei schon länger klar gewesen. Doch die enormen Preissprünge aktuell habe niemand einkalkuliert. Unternehmen wie Dirostahl stehen im Wettbewerb mit Firmen in anderen Ländern, wo die Energiepreise teiweise deutlich günstiger sind. Mitbewerber in den USA zahlten dort etwa nur rund ein Zehntel des Gaspreises. Das könnte dazu führen, so die Sorge, dass hiesige Unternehmen abwandern oder die Produktion verlagern, wenn es hierzulande nicht genug Entlastung gibt.
Beim Wirtschaftsempfang sind am Abend aber auch neue Ideen für die Stadtentwicklung diskutiert worden. Christoph Imber von der Gründerschmiede schlug vor, Leerstände auf der Alleestraße als Gläserne Werkstätten für lokale Firmen oder Manufakturen zu nutzen. Einen neuen Gedanken für die Diskussion um die Neuen Quartiere in Lennep brachte IHK-Präsident Henner Pasch mit: Pasch schlug vor, sich den Solinger Südpark rund um den ehemaligen Hauptbahnhof als Vorbild zu nehmen. Zur Regionale 2006 sind in den alten Güterhallen am ehemaligen Solinger Hauptbahnhof Künstlerateliers und das Museum Plagiarius entstanden. Eine Praxisklinik, Lebenshilfe-Werkstätten, Gewerbe- und Wohnflächen kamen dazu. Einen ähnlichen Mix könnte sich der IHK-Präsident auch in Lennep vorstellen, sagt aber gleich dazu, sowas brauche Zeit sich zu entwickeln. Viel Zeit für Grundsatzentscheidungen ist nicht mehr, hat Remscheids Oberbürgermeister Mast-Weisz klar gemacht. Einen Erhalt des Röntgen-Stadions hält er nicht für zukunftsweisend. Wenn der FC Remscheid tatsächlich Geldgeber an der Hand hat, das Grundstück zu kaufen, müsse er sie bis Jahresende präsentieren.