
SPD hat Vorschläge zum Hochwasserschutz
Wegen des Klimawandels wird es im RSG-Land in Zukunft deutlich häufiger Starkregen, Unwetter und Hochwasser geben – davon sind Wissenschaftler und auch die Remscheider SPD überzeugt. Sie fordert jetzt in einem offenen Brief, dass in Remscheid mehr zum Schutz der Menschen unternommen wird. Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz hatte bereits einen „Wassergipfel“ vorgeschlagen – ein Expertentreffen mit den Nachbarstädten. Die Remscheider SPD-Fraktion greift diesen Gedanken nun auf und präsentiert Vorschläge für einen besseren Hochwasserschutz. Vieles davon ist nicht ganz neu, die SPD sagt zum Beispiel, dass Hochwasserkarten aktualisiert werden sollten. Außerdem ist sie für weitere Warnsirenen in Remscheid, die ja ohnehin schon geplant sind. Wann der „Wassergipfel“ stattfinden wird, steht noch nicht fest.
Veröffentlicht:
Offener Brief der SPD:
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, lieber Burkhard,
das verheerende Hochwasser vom 13. auf den 14. Juli 2021, die Schilderungen der Verwüstungen, zerstörte Häuser und Brücken und die zahlreichen Todesopfer in den benachbarten Regionen haben uns alle sprachlos werden lassen.
Hilflos mussten wir miterleben, wie ganze Landstriche fortgespült wurden, obwohl wir seit Jahrzehnten Hochwasserschutz betreiben und der Schutz stetig optimiert wird.
Es wird eine Herausforderung sein, das vorhandene Wissen und die Auswertung der Hochwassergefahren und -risiken für die Zukunft noch umfassender zu analysieren.
Der Klimawandel wird vermutlich die Hochwassergefahren und deren Häufigkeit und Intensität verstärken.
Mit Blick auf die zurückliegenden Naturkatastrophen ist es zwingend erforderlich, die vorhandenen Prozesse nochmals auf den Prüfstand zu stellen. Historische Hochwasser müssen systematisch aufgearbeitet und in Hochwasserstatistiken und in die Gefahrenkarten eingearbeitet werden.
Im Hinblick auf den von Ihnen vorgeschlagenen Wassergipfel, haben wir uns in unserer Fraktion Gedanken gemacht, welche Verbesserungen künftig angepackt werden müssen. Diese Ideen und Vorschläge möchte wir Ihnen auf diesem Weg mit auf den Weg geben.
Wir empfehlen insbesondere,
a) die Kartierung von hochwassergefährdeten Bereichen und möglichen Schäden, die Gefahrenkarten zu aktualisieren und zu überarbeiten – teilweise liegen die Messzeiten vielerorts weniger als 70 Jahre zurück,
Seite 2 des Schreibens der SPD Ratsfraktion Remscheid vom 10. September 2021
b) zu prüfen, ob in allen besonders stark betroffenen Gebieten unserer Stadt ein Wiederaufbau empfohlen werden kann und diese Entscheidung rasch zu kommunizieren,
c) eine Verbesserung der Schutzbauten zu prüfen,
d) die Beratung zur private Eigenvorsorge auszuweiten und besonders bei der Frage um Elementarversicherungen auszuweiten und dort, wo diese abgelehnt wird, diese Sorge auf die Bundesebene, die hier zu entscheiden hätte, weiterzugeben,
e) die bestehende Warnkette um technische Neuerungen, wie automatische Pegelmessungen und zuschaltbare Videokameras in Bachläufen zu ergänzen. Hierbei sollte auch die von der EWR begonnene Erprobung von LoRaWan einbezogen werden.
f) die Bevölkerung hinsichtlich Information über das Verhalten, bei Ankündigung möglicher Unwetterwarnungen stärker zu sensibilisieren und zu erheben, warum auf Warnungen nicht reagiert wird,
g) wir alle müssen besser verstehen, welche Bedeutung Warnstufen und Gefahrenkarten haben, um zu wissen, was zu tun ist, insbesondere auch für den Fall, das Evakuierungen durchgeführt werden müssten,
h) die Warnsysteme in unserer Stadt um klassische Systeme, wie Sirenen und moderne wie cellbroadcasting zu erweitern,
i) die Wissenschaft und Erkenntnisse aus der Forschung einzubeziehen.
Die vorgenannten Vorschläge sind nicht abschließend, so dass besonders aktuelle Erkenntnisse aus Wissenschaft und die Erfahrung der unzähligen Helferinnen und Helfer und der Betroffenen einbezogen werden sollten.
Insgesamt müssen wir diese Katastrophe auch hier in unserer Region aufarbeiten, das braucht Zeit. Eine sogfältige Analyse der Ereignisse vom 13. und 14. Juli ist ein Muss, um uns alle gemeinsam künftig besser vorzubereiten und zu schützen!
Mit herzlichen Grüßen
Sven Wolf, MdL