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Tumulte an der Hasseldelle in Solingen - Einsatzkräfte wurden massiv mit Pyrotechnik beschossen
© Polizei Wuppertal
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Tumulte an der Hasseldelle in Solingen - Einsatzkräfte wurden massiv mit Pyrotechnik beschossen

In der Solinger Siedlung Hasseldelle eskalierte die Lage in der Silvesternacht.

Veröffentlicht: Montag, 01.01.2024 07:11

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Das neue Jahr war gerade mal 12 Minuten alt, als Einsatzkräfte der Polizei und der Feuerwehr bei Löscharbeiten in der Solinger Hasselstraße mit Pyrotechnik beworfen und beschossen wurden.

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Gegen 00:12 Uhr meldeten Zeugen über Notruf der Polizei-Leitstelle eine brennende Matratze auf der Hasselstraße. Eintreffende Einsatzkräfte wurden unmittelbar aus der Dunkelheit mit Raketen und Böllern beschossen und beworfen. Bei den Straftätern handelte sich nach Polizeiangaben um ca. 30 bis 40 Personen im Alter zwischen 20-30 Jahren. Nach Ablöschen der Matratze geriet kurze Zeit später eine nahegelegene Hecke in Brand. Zudem wurde Pyrotechnik auf Balkone verschiedener Häuser geworfen. Auch diesmal wurden Polizeikräfte und ein Rettungswagen der Feuerwehr Solingen massiv durch gezündete Pyrotechnik gefährdet. Ein Zugriff auf die Personen war nicht möglich, da sich diese sofort in unbekannte Richtungen und in umliegende Wohnhäuser zurückzogen. Etwa gegen 01:35 Uhr verschanzten sich Unbekannte hinter einer Art Barrikade aus Müllcontainern/Mülltonnen, die sie mit Benzin in Brand setzten. Laut Zeugenaussagen soll aus der Gruppe heraus auch mit PTB-Waffen geschossen worden sein. Neben den Einsatzkräften wurden auch unbeteiligte Passanten mit Knallkörpern beworfen. Verletzt wurde glücklicherweise niemand. Insgesamt befanden sich mehr als 60 Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte im Einsatz, darunter Einsatzkräfte aus Wuppertal und Remscheid sowie aus der Hundertschaft. Gegen 03:45 Uhr beruhigte sich die Einsatzlage. Der Straßenbelag erlitt infolge der starken Hitzeentwicklung Beschädigungen. Strafverfahren wurden eingeleitet, die Polizei ermittelt gegen Unbekannt.

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Bilanz von Feuerwehr und Rettungdienst

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Die Solinger Feuerwehr verzeichnete in der Silvesternacht rund 20 Brandeinsätze. "Überwiegend handelte es sich hierbei um Kleinbrände, hauptsächlich um brennende Mülleimer und Müllcontainer", so Einsatzleiter Sebastian Wagner. Zwischen 00:16 Uhr und 00:45 Uhr traten in sehr kurzer Folge allein acht Brandeinsätze auf. Neben den Einsätzen an der Hasselstraße musste die Polizei unter anderem zur Jasperssraße und zur Alleestraße ausrücken. An der Jaspersstraße war es zu einem Zimmerbrand im 6. Obergeschoss eines Mehrfamilienhauses gekommen. Dieses war bei Eintreffen der Feuerwehr bereits weitgehend geräumt, vereinzelt mussten Bewohner noch durch Einsatzkräfte der Feuerwehr ins Freie geführt werden. Der Brand konnte zwar schnell unter Kontrolle gebracht werden. Die betroffene Wohnung ist jedoch unbewohnbar.

Der Rettungsdienst hatte am Silvestertag insgesamt rund 50 Einsätze. Hiervon standen 13 Einsätze in direktem Zusammenhang mit Silvesterfeiern (z. B. Alkoholvergiftungen, Körperverletzungen, zwei chirurgische Verletzungen durch Feuerwerkskörper etc.). Am Graf-Wilhelm-Platz wurde eine Person durch Stichverletzungen schwer verletzt. Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr, die gerade dem Rückweg von einem Brandeinsatz waren, übernahmen die Erstversorgung des Patienten bis zum Eintreffen von Rettungswagen und Notarzt.

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