Warnung vor Fakeshops im Internet

Wegen der Corona-Pandemie wird im RSG-Land weiterhin sehr viel online bestellt. Das nutzen leider auch immer wieder Betrüger aus, warnt jetzt die Solinger Verbraucherzentrale. Fake-Shops, die im Netz gefälschte Markenprodukte anbieten, seien ein großes Problem geworden.


Handtaschen, Designer-Klamotten oder High-Tech im Sonderangebot - da können viele nicht widerstehen. Vor allem, wenn der vermeintliche Markenshop seriös aussieht. Aber das kann täuschen, warnt Dagmar Blum von der Solinger Verbraucherzentrale. Die Betrüger bieten minderwertige Waren an, setzen sie aber im Netz gekonnt in Szene. Kunden, die per Vorkassen bezahlen, bekommen Schrott geliefert und sehen ihr Geld nie wieder. Allerdings gibt es Warnsignale, an denen man die Betrüger vor dem Kauf erkennen kann. Die Tipps der Verbraucherzentrale stehen auf radiorsg.de. Wer auf einen Fake-Shop reingefallen ist, sollte auch auf jeden Fall Anzeige erstatten.



Folgende Tipps helfen, Fake-Shops vor einer Bestellung zu erkennen:


•   Untrügliche Erkennungszeichen Fehlanzeige

Ob es bei den Angeboten im Online-Handel immer mit rechten Dingen zugeht, ist selbst für Experten kaum auf den ersten Blick erkennbar. Internet-Fälscher, die Kunden nur ans Geld wollen, gehen bei ihren Fake immer perfekter und perfider ans Werk: Durch das Kopieren oder Fälschen von Produktbildern und Informationen aus realen Internetseiten wirkt ein Fake-Shop im Internet oftmals täuschend echt. Um Seriosität vorzugaukeln, sind das Impressum mit der Händleradresse oder die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) ebenfalls von anderen Seiten abgekupfert beziehungsweise frei erfunden.

•   Alle Angaben prüfen

Käufer sollten vor einer Bestellung folgende Punkte in einem Internet-Shop genau checken: Gibt es mehrere – darunter auch kundenfreundliche – Zahlungsarten und eine überprüfbare Anbieteradresse im Impressum? Werden Angebot und Preis mit allen erforderlichen Details – etwa der Beschaffenheit des Produkts – angegeben? Werden Lieferbedingungen und –kosten ausreichend dargestellt? Sind Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB) und darin Hinweise zum Widerruf vorhanden? Wird mit einem vertrauenswürdigen Gütesiegel wie z.B. "Trusted Shop Guarantee" (Trusted Shops), "s@fer-shopping" (TÜV Süd) und "Geprüfter Onlineshop EHI" (EHI Retail Institute GmbH) geworben? Eine zuverlässige Orientierung bieten solche Siegel jedoch nur, indem man auf das Logo klickt und dadurch auf die Homepage des Prüf-Unternehmens weitergeleitet wird.

•   Vorsicht bei Vorkasse

Kunden werden bis zum Anklicken des Kaufbuttons mehrere – auch kundenfreundliche – Zahlungsweisen angeboten. Sind sie bei der Kasse angelangt, haben Kunden plötzlich keine Wahl mehr: Dort wird nur noch eine umgehende Überweisung des geforderten Betrags verlangt. Auf der sicheren Seite sind Kunden, wenn sie Artikel nur bei Online Händlern ordern, die mehrere kundenfreundliche Zahlungsarten bis zum Klick auf den Kauf-Button zur Verfügung stellen. Sicher sind Zahlungen auf Rechnung oder per Lastschrift. Bei der Zahlung auf Rechnung müssen Kunden erst bezahlen, wenn sie die Ware erhalten haben. Bei Zahlung per Lastschrift kann die Zahlung noch bis zu acht Wochen rückgängig gemacht werden.

•   Fälscher zocken unerkannt ab

Wenden sich Reingefallene über die angegebenen Kontaktdaten an das Unternehmen, um die richtige Ware oder ihr gezahltes Geld zurück zu erhalten, werden sie oft immer wieder vertröstet. Briefe mit Rückzahlungsaufforderungen kommen als unzustellbar zurück oder bleiben unbeantwortet. In den meisten Fällen sind Betroffene um eine schlechte Erfahrung reicher, aber haben das Nachsehen.

•   Fake-Shop-Opfer sind nicht wehrlos

Wer schon Geld überwiesen hat, sollte umgehend seine Bank auffordern, die Zahlung rückgängig zu machen. Wenige Stunden nach einer Onlinebestellung ist dies oft noch möglich. Bei anderen Zahlungsarten kann eine Zahlung noch bis zu acht Wochen nach Einzug rückgängig gemacht werden. Inwieweit dies gilt, weiß die Bank. Grundsätzlich sollten sämtliche Belege von Online-Bestellungen gesammelt und gesichert werden. Dazu gehören Kaufvertrag, Bestellbestätigung, E-Mails und ein Screenshot des Angebots.


Weiterführende Infos und Links:

Betroffene können die ausgedruckten Unterlagen in der Beratungsstelle der Verbraucherzentrale NRW prüfen lassen und Strafanzeige bei der Polizei stellen. Dies ist auch online möglich unter www.polizei.nrw.de. Kontakt für Nachfragen und Beratung – derzeit nur telefonisch - unter 0212-226576-01 oder via E-Mail an solingen@verbraucherzentrale.nrw möglich.