
Wegen Gesichtstattoos abgestempelt: Dustin aus Solingen kämpft gegen Vorurteile
Tätowierungen gehören für viele Menschen längst ganz selbstverständlich zum Alltag. Doch wenn Tattoos nicht nur an Armen oder Beinen, sondern auch im Gesicht zu sehen sind, reagieren viele noch immer mit Vorurteilen. Genau diese Erfahrung macht Dustin Salustio aus Solingen fast jeden Tag.
Veröffentlicht: Freitag, 17.04.2026 12:45
Der 37-Jährige arbeitet als Tattoo-Artist in Remscheid und trägt selbst mehr als 300 Tattoos - viele davon im Gesicht. Die Blicke anderer kennt er längst: Menschen drehen sich nach ihm um, tuscheln, wechseln mit ihren Kindern die Straßenseite oder ziehen im Supermarkt vorsichtshalber die Handtasche näher an sich. Dustin sagt: Viele stecken ihn sofort in eine Schublade und halten ihn für kriminell, aggressiv oder sogar für ein Gang-Mitglied.
Dabei steckt hinter seinen Tattoos oft eine ganz persönliche Geschichte. Viele Motive stehen für Erinnerungen, Erfahrungen, Fehler aus der Vergangenheit, aber auch für Hoffnung und Entwicklung. Ein Herz unter der Lippe etwa symbolisiert für ihn Liebe, andere Motive sollen zeigen, wofür er kämpft oder welche Botschaft ihm wichtig ist.
Besonders stört ihn, dass viele Menschen ihn allein wegen seines Aussehens falsch einschätzen. Freunde hätten ihm im Nachhinein sogar gesagt, sie hätten beim ersten Kennenlernen gedacht, er sei gefährlich oder in krumme Geschäfte verwickelt. Dass sie später überrascht seien, wie offen und freundlich er ist, verletze ihn trotzdem.
Auf Social Media versucht Dustin deshalb, mit genau diesen Vorurteilen aufzuräumen. Auf TikTok spricht er nicht nur über Tattoos und Pflege, sondern auch darüber, wie schnell Menschen andere oberflächlich bewerten. Seine Botschaft: Das Aussehen sagt nichts darüber aus, ob jemand ein guter oder schlechter Mensch ist.
Für Dustin sind seine Gesichtstattoos vor allem ein Ausdruck seiner Persönlichkeit. Er will damit zeigen, dass Menschen trotz Fehlern eine zweite Chance verdienen und nicht nach Äußerlichkeiten beurteilt werden sollten. Oder, wie er selbst sagt: Herz und Hirn werden durch die Tinte nicht dunkel.