
Weitere Sturmnacht im RSG-Land
In den Nacht sind erneute starke Windböen und ein schweres Gewitter über das RSG-Land hinweggezogen. Bahnpendler müssen sich darauf einstellen, dass am Morgen zunächst kaum ein Zug fährt. Tagsüber bleibt es stürmisch.
Veröffentlicht: Montag, 21.02.2022 04:21
Aktuelle Lage (Stand 5.00 Uhr)
Ein schweres Gewitter ist kurz nach Mitternacht über das RSG-Land hinweg gedonnert.
In Solingen musste die Ittertalstraße in Wald auf dem Abschnitt zwischen Talblick und Haaner Straße wegen Sturmschäden erneut gesperrt werden. Inzwischen ist sie wieder freigegeben (Stand: 10:50)
Zeitweilig war in der Nacht auch die Viehbachtalstraße gesperrt, konnte inzwischen aber wieder freigegeben werden.
Die Feuerwehr hatte in Solingen zwischen 23 und 1 Uhr insgesamt 10 Unwetter-Einsätze. Insgesamt ist die Lage aber noch überschaubar.
Der Bahnverkehr wurde Sonntagabend landesweit wieder fast vollständig eingestellt. Am Morgen müssen nun zunächst die Strecken auf Schäden überprüft werden. Die S7 (Solingen-Remscheid-Wuppertal) soll laut Zuginfo.NRW wieder fahren, es muss allerdings mit Ausfällen und Verspätungen gerechnet werden. Wann und in welchem Umfang die RB48 und RE7 starten können, ist noch unklar. Gegen 7 Uhr soll es weitere Infos geben. Die Bahnbetreiber gehen allerdings davon aus, dass sich der Zugverkehr erst gegen Nachmittag wieder allmählich normalisiert.
Sturmtief Antonia trifft das RSG-Land
Auf Zeynep folgt Antonia: Die Kaltfront von Sturmtief Antonia ist im Anmarsch und Meteorologen erwarten erneut eine kritische Wetterlage. Der Deutsche Wetterdienst hat auch für das RSG-Land eine Wetterwarnung herausgegeben, die im Zeitraum von 22 bis 3 Uhr gilt. In den Nachtstunden ist mit schweren Sturmböen mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 100 km/h zu rechnen. In Verbindung mit Schauern und Gewittern sind in Teilen von NRW auch Orkanstärken zwischen 110 und 120 km/h möglich. Verschiedene Wettermodelle erwarten den "Höhepunkt" der Unwetterlage bei uns in der Region zwischen 23 und 1 Uhr.
Aufenthalte im Freien sollten wenn möglich vermieden werden. Wälder und Bäume sind durch die Wetterlage der vergangenen Tage ohnehin schon stark belastet. Bäume, die den letzten Stürmen standgehalten haben, könnten möglicherweise angeknackst sein. Hinzu kommen die vom Regen aufgeweichten Böden. Die Feuerwehren sind daher in erhöhter Alarmbereitschaft. Während Sturmtief Ylenia am Donnerstag noch halbwegs glimpflich ablief, kam es nach Sturmtief Zeynep am Freitag zu insgesamt rund 280 Unwetter-Einsätzen in Remscheid und Solingen.
Bahnpendler müssen sich darauf einstellen, dass es am Montagmorgen zu erheblichen Einschränkungen kommt. Der Bahnverkehr wurde am Abend erneut NRW-weit sukzessive eingestellt. Seit 20 Uhr fährt u.a. die S1 nicht mehr an, ab 22 Uhr stellen auch RE7 und RB48 die Fahrten ein. Am Montagmorgen müssen zunächst alle Strecken auf mögliche Sturmschäden überprüft. Ab wann und in welchem Umfang die Züge am Montag wieder fahren, ist derzeit noch nicht absehbar. Auch tagsüber stürmt es am Montag weiter mit Windgeschwindigkeiten um die 80 km/h.
Wupperverband rechnet mit steigenden Pegeln
Der Wind wird von anhaltendem Dauerregen begleitet. Der Wupperverband geht davon aus, dass es in der Wupper und den Nebenbächen zu steigenden Pegeln kommt. In Teilbereichen hat das Wasser bereits die Ufer erreicht. Auch umstürzende Bäume in Folge des Sturms könnten den Abfluss von Gewässern beeinträchtigen. Akute Hochwassergefahr besteht laut Wupperverband aber derzeit nicht. In den Talsperren sei noch genug Stauraum. Vorsorglich lasse man aber bereits etwas mehr Wasser aus den Talsperren ab, um zusätzlichen Puffer zu schaffen.
Weitere Infos und aktuelle Pegelstände gibt es hier im Hochwasserportal
Mülltonnen erst am Morgen rausstellen
Die Technischen Betriebe in Remscheid und Solingen bitten alle, bei denen morgen (Montag, 21. Februar) planmäßig der Müll oder Sperrmüll abgeholt wird: Mülltonnen und angemeldete Sperrmüll sollten möglichst nicht über Nacht an die Straße gebracht, sondern erst morgen früh ab 7 Uhr rausgestellt werden. Tonnen oder sonstige Gegenstände, die durch den Sturm aufwirbelt werden und umherfliegen, könnten zur Gefahr für andere werden.