
Solinger Inzidenz: Feiertag zählt nicht für Schulöffnung
Die Hoffnung, dass es ab 10. Mai wieder Wechselunterricht in Solingen geben kann, bleibt bestehen. Der Montag dürfte entscheidend sein.
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Es waren erste Zahlen und Zeichen der Hoffnung. Am Donnerstag und Freitag (29./30.04.) lagen die Inzidenzwerte in Solingen zwei Tage unter 165 – dem Wert, der für Schulen und Kitas der Maßstab für Distanzunterricht und Notbetreuung ist. Am Samstag stieg die Inzidenz dann allerdings kurzzeitig wieder auf 165,8 an. Auswirkungen für die Zählung hat das aber noch nicht. (Die aktuellen Corona-Zahlen hier)
Laut Bundes-Notbremse muss die Inzidenz an fünf Werktagen in Folge unter 165 liegen, damit die Schulen wieder die Rückkehr zum Wechselunterricht planen können. Sonn- und Feiertage zählen nicht dabei. Heißt: Wäre der gestrige Samstag ein „normaler“ Samstag gewesen, wäre die Solinger Serie vorerst „gerissen“. Weil es diesmal aber ein Feiertag war, ist er für die Zählung nicht relevant. So interpretiert jedenfalls auch Solingens Ordnungsdezernent Jan Welzel die Rechtslage.
Somit wird der morgige Montag (vor-)entscheidend: Liegt der Inzidenzwert am Montag wieder unter 165, wäre das Tag 3 der Zählung. Bleibt das Niveau bis einschließlich Mittwoch (Tag 5) unter dem Grenzwert, könnte die Aufhebung des Distanzunterrichts festgestellt werden. Steigt die Inzidenz allerdings an einem der nächsten drei Tage über 165, gehen die Zähler-Uhren wieder auf 0 und die ganze Rechnung ist vorerst passé.
Wann könnte es wieder losgehen?
Für Irritation bei manchen Eltern sorgte die Stadt Solingen mit ihrer Kommunikation über den möglichen Zeitpunkt für die Rückkehr zum Wechselunterricht. Laut Bundesregelung sollen Maßnahmen, wenn der Grenzwert lang genug unterschritten wird, ab dem übernächsten Tag zurückgenommen werden. Das wäre in Solingen dann, wenn die Entwicklung anhält, der kommende Freitag. Das Land NRW hat allerdings in seiner jüngsten Betreuungsverordnung festgelegt, dass eine solche Umstellung grundsätzlich erst am Montag der Folgewoche passieren soll – auch damit sich Familien besser darauf einstellen können.
Die Stadt Solingen wiederum hatte am Donnerstag erklärt, dass die Landesverordnung aus ihrer Sicht unwirksam ist, weil hier der Vorsatz Bundesrecht vor Landesrecht gelten müsse. Sprich: Die Stadt würde eigentlich nach der 2-Tage-Regelung verfahren. In Abstimmung mit den Schulen habe man sich aber aus pragmatischen Gründen dafür entschieden, dennoch frühestens ab übernächsten Montag (10. Mai) wieder mit Wechselunterricht zu starten.
Sollten sich die Zahlen in den nächsten Tagen anders entwickeln, wäre die nächste Auseinandersetzung mit dem Land also schon wieder programmiert. Für Solinger Eltern bleibt es auf jeden Fall noch „spannend“…
Wann ginge es wieder zurück in den Distanzunterricht?
Ist die Rückkehr zum Wechselunterricht erfolgt, gilt eine andere Rechnung: Liegt die Wocheninzidenz an drei aufeinander folgenden Tagen über 165, muss es ab dem übernächsten Tag wieder in den Distanzunterricht zurückgehen. Hierbei würden gemäß Bundesgesetz dann auch die Sonn- und Feiertage mitzählen. Solange die Werte also nicht wirklich stabil und nachhaltig absinken, ist ein Hin und Her bei den Schulen nicht ausgeschlossen. Zumal es bei einer Wiederöffnung der Schulen auch schneller wieder zu einem Anstieg der Infektionszahlen kommen könnte, weil durch die bestehende Testpflicht potentiell mehr Ansteckungen entdeckt werden.
Die gute Nachricht: Sobald der Wechselunterricht wieder starten kann, soll es an Solinger Grundschulen auch Lollitests (PCR-Test) für die Kinder geben.