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Wie wählt das RSG-Land? Spannende Entscheidung in Remscheid und Solingen erwartet
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Wie wählt das RSG-Land? Spannende Entscheidung in Remscheid und Solingen erwartet

Hardt, Schäfer oder keiner von beiden? Prognosemodelle sehen ein knappes Rennen im Wahlkreis 102.

Veröffentlicht: Samstag, 22.02.2025 14:05

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Rund 220.000 Menschen entscheiden an diesem Sonntag in Remscheid, Solingen und den Wuppertaler Stadtteilen Cronenberg und Ronsdorf über den Wahlausgang im Wahlkreis 102. Bei der letzten Bundestagswahl 2021 konnte SPD-Kandidat Ingo Schäfer den Wahlkreis mit 32,6% der Erststimmen gegen CDU-Kontrahent Jürgen Hardt (27,6%) deutlicher als erwartet gewinnen. Hardt zog über einen Listenplatz aber dennoch erneut in den Bundestag ein, so dass der Wahlkreis zuletzt mit zwei Abgeordneten in Berlin vertreten war. Diesmal könnte es jedoch spannend werden – und es ist nicht sicher, ob überhaupt einer von beiden am Ende ein Abgeordnetenmandat bekommt.

Ingo Schäfer (SPD) und Jürgen Hardt (CDU) sind auch bei der Neuwahl die einzigen beiden, wirklich aussichtsreichen Kandidaten bei der Erststimme. Verschiedene Prognosemodelle, die frühere Ergebnisse und bundesweite Trends in Verbindung bringen, sehen noch keinen klaren Sieger. Die Simulationen von wahlkreispronose.de und election.de halten einen Sieg von CDU-Kandidat Hardt für wahrscheinlich. YouGov sieht den Wahlkreis 102 nach letzter Prognose hingegen als unentschieden, mit leichter Tendenz und größerem Wähler-Potenzial für SPD-Mann Ingo Schäfer. Mehr über die beiden Kontrahenten erfahrt ihr hier.

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Wechselhafter Wahlkreis

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Schon seit vielen Jahren bilden Remscheid und Solingen bei der Bundestagswahl einen gemeinsamen Wahlkreis. 2002 kamen Cronenberg und Ronsdorf hinzu. Der Wahlkreis hat allerdings eine wechselhafte Geschichte. Bei den zwölf Bundestagswahlen seit 1980 lag sechsmal die SPD und sechsmal die CDU bei den Erststimmen vorne. Das RSG-Land ist also keine klare Hochburg für eine der beiden großen Parteien. Grob lässt sich sagen, dass die Stimmen in Remscheid und Solingen immer weitgehend dem bundesweiten Stimmungsbild entsprachen. In der Kohl-Ära dominierte die CDU mit Bernd Wilz, in der Schröder-Zeit war es die SPD mit Hans-Werner Bertl. Für die aktuelle Wahl hieße das angesichts der bundesweiten Umfragetrends, dass CDU-Kandidat Jürgen Hardt gute Chancen hat, den Wahlkreis zurückzugewinnen. SPD-Politiker Schäfer versucht jedoch mit stärkerer Präsenz vor Ort zu punkten. Für beide könnte es daher darauf ankommen, wie sich die unentschlossenen Wähler letztlich entscheiden.

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Oder wird es keiner?

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Es könnte allerdings sein, dass keiner am Ende von beiden im Bundestag sitzt. Das hat mit der Reform des Wahlrechts zu tun. Der Bundestag soll künftig maximal 630 Mitglieder haben und nicht mehr durch die so genannten Ausgleichs- Überhangmandate aufgebläht werden. Zuletzt hatte der Bundestag sogar rund 730 Abgeordnete. 2023 hat die Ampel-Koalition als Schrumpfungsdiät die Wahlrechts-Reform beschlossen. Die verändert allerdings ein Prinzip: Es ziehen nicht automatisch alle ein, die in den Wahlkreisen die meisten Erstimmen bekommen haben, sondern der Zweitstimmen-Anteil ist entscheidend, wie viele Sitze eine Partei insgesamt bekommt. Und falls eine Partei über die Erststimmen mehr Wahlkreise gewinnt, als ihr gemessen am Zweitstimmenergebnis an Sitzen zustehen, dann gehen Wahlkreissieger mit den schlechtesten Ergebnissen leer aus.

Gerade in NRW ist das kein unrealistisches Szenario. Es gibt in NRW insgesamt 64 Bundestagswahlkreise. Nach den bereits erwähnten Prognosemodellen könnte die CDU über 50 davon nach Erststimmen gewinnen. Wenn die CDU bei den Zweitstimmen in etwa so abschneidet, wie bundesweit prognostiziert (rund 30%), würden auf sie aber möglicherweise aber nur rund 40 Sitze für NRW entfallen. Für die SPD gilt das natürlich genauso. Für Hardt und Schäfer kommt es daher am Sonntag darauf an, ein möglichst gutes Ergebnis einzufahren. Denn die Wahrscheinlichkeit, dass einer von beiden im Fall einer Niederlage über die Landesliste noch nachrutscht, ist nahezu aussichtslos. Jürgen Hardt rangiert auf Platz 21 der NRW-Liste der CDU, Ingo Schäfer steht in der Landesliste der SPD auf Rang 25.

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Wahl spezial bei Radio RSG

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Mehr über die Kandidaten im Wahlkreis 102 erfahrt ihr hier in unserem „Wahl lokal“. Und die Ergebnisse und Reaktionen gibt es dann natürlich am Sonntagabend ab 18 Uhr sowie am Montagmorgen im RSG-Programm und auf unseren Online- und Social-Media-Kanälen. (tk)

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Wie wählt das RSG-Land? Spannende Entscheidung in Remscheid und Solingen erwartet
© YouGov
Die letzte Wahlkreisprognose von YouGov (Stand 20.02.2025)
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