Metzgereien im RSG-Land haben mehr Kunden

Die Metzgereien im RSG-Land verzeichnen seit Beginn der Corona-Krise bis zu 30% mehr Einnahmen. Das sagt der Fleischerverband NRW. Die Pandemie und der Skandal um das Unternehmen Tönnies hätten dazu geführt, dass viele Kunden ihr Fleisch statt im Supermarkt oder Discounter lieber wieder beim Metzger kaufen. Der Fleischerverband spricht von einem Umdenkungsprozess im RSG-Land.

Durch den Tönnies-Skandal haben die Metzgereien hier bei uns keine Nachteile. Ganz im Gegenteil, man könnte sogar sagen, dass sie davon profitieren, sagt der Verband. Die Metzger hier in der Region haben ganz andere Strukturen, im Durchschnitt eine Handvoll Mitarbeiter und regelmäßigen Austausch zum Bauern. Jeder gute Metzger weiß, wo sein Fleisch herkommt und kann die Kunden darüber aufklären, heißt es. Die Strukturen in Tönnies hingegen seien nicht kontrollierbar. Allerdings muss den Kunden auch klar sein, dass Qualität ihren Preis hat, sagt der Verband. Gute Tierhaltung und faire Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter seien teurer, als Massentierhaltung. Der Fleischerverband hofft, dass der Umdenkungsprozess auch langfristig anhält.

„Bei uns gibt es nur kurze Transportwege, Massentierhaltung ist uns völlig fremd.“, sagt Adelbert Wolf - Landesinnungsmeister für das Fleischerhandwerk in NRW.

Es gebe durchweg Kontrollen und man habe im Schnitt nur drei bis maximal 12 Mitarbeiter, die alle hier aus der Region kommen und ausgebildet sind. Wolf wünscht sich, dass die Deutschen den Wert von Fleisch mehr zu schätzen wissen. Wer möchte, dass z.B. ein Schwein gesund und gut aufwachsen kann, müsse eben auch ein bisschen mehr für das Fleisch bezahlen. Leider seien vielen Deutschen Luxusgüter, Freizeit und Urlaube wichtiger als ihre Ernährung – da wollen die meisten eher sparen.

© Fleischerverband NRW